Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Vom Studium der heiligen Schrift und der Kunst des Übersetzers bei den deutschen Juden der alten Zeit
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 17)
- Language
- German
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— 33 — daß st nit tet as der kunik gebot, der kunik zürnen began der ser an im bran. Unter den gereimten Paraphrasen, an denen sich das deutsche Judentum vergangener Tage erbaute, findet sich natürlich auch mancherlei, was weder sprachlich noch in der Gedankenführung befriedigt. Es waren ja nicht immer berufene Dichter, die für gute erbauliche Literatur sorgen wollten, sondern oft auch Leute, die mehr guten Willen als künstlerische Fähigkeit besaßen. Wie z. B. jener brave Tempelvorsteher und Vorbeter der Gemeinde Röthelsee bei Rotenburg a. d. Tauber, Jaqob b. Jischak Levi, der eine gereimte Paraphrase der Tora und der Bücher Josua und Richter unter dem Titel Qehillath I a { o q o b geschrieben hat, auf Grund haggadischer Ueberlieferung und gelehrter Tradition und zu Nutz und Frommen von Jung und Alt im Volke. Er war sich seines Abstandes von den Gelehrten Israels wohl bewußt, war auch kein Dichter, den die Muse hold angelächelt hätte, aber er war ein Mann von schlichter und aufrichtiger Frömmigkeit, der an seinem Teile beitragen wollte zur religiösen und sittlichen Erziehung seiner Glaubensgenossen. Mit dem Verfaffer des Samuel- und Königsbuches darf man Jaqob b. Jischak Levi nicht vergleichen. Dazu fehlt es bei ihm zu sehr an poetischer Gestaltungskraft. Er bleibt nicht bloß formal in der Nüchternheit der Reimprosa stecken, sondern auch in der künstlerischen Erfassung des Gegenstandes und seiner geistigen Gestaltung. Nur stoffgeschichtlich ist feine Paraphrase durch die reiche Verwendung des Sagen- und Legendenmaterials von Wert. Unter den prosaischen Paraphrasen, die auf uns gekommen sind, heben sich die älteren, wohl noch ins 14. Jhdt. zurückreichenden, nicht unwesentlich von den jüngeren Erzeugnissen des 16. u. 17. Jhdts. ab. Sie sind sprachlich uud stillstisch weit geschmackvoller als die Erzeugniffe der späteren Zeit, wo der Wechsel in der Sprache der deutschen Juden infolge des Einstusses der von Osten koinmenden 3