Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Vom Studium der heiligen Schrift und der Kunst des Übersetzers bei den deutschen Juden der alten Zeit
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
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— 28 — ich lob dich gol von Herzen du bist wol loben wert du host mit deinen kreften beschafen himel un erd dar zu vil wunder un zeichen di niment zelen kan zam und auch wilde frau un auch man. drum is bester geschwigen man kan es doch nit enden wen du bist so mechtig al sach kanst du wenden dorum sol man dich ferchten das is bilich un recht ale krume Hendel kanstu machen schlecht du host kinder ישראל gar oft zeichen geton drum sein si schuldig daß si dich vor ein Hern hon un soln dein nomen ferchten das ist in nüz un gut der mensch ist gar ein seltig der wider dein nomen tut. do Kinder ישראל waren in מצרים land do der zeigstu in vil zeichen durch dein geweltige Hand un first st aus dem גלות in di wilde wistenei un gabst in di!תורד aus berg סיני. du speisest si virzig jor mit dem himlischen brot as lang as משה רבנו leider mußt ligen tot der noch firt si dein diner יהושוע in das heilig land er bezwangen st mit gewalte durch dein kreftige Hand. Aus den erhaltenen Resten dieser Art Reimdichtungen ist zu schließen, daß die Verfasser sich im wesentlichen an haggadische Stoffe hielten, an die Sagen und Geschichten in den historischen Büchern, an geeignete Stücke der Thora und der Megillot, und vor allem an die Psalmen. Vereinzelt begegnen auch Versuche, Prophetenbücher in Verse zu dringen. Das ä l t e st e Literaturwerk dieser Art, das nach dem Muster von Samuel- und Königsbuch gedichtet worden ist. ist vielleicht eine gereimte Uebersetzung der Genesis (Venedig 1551), das bekannteste die des B. d. Richter (Mantua 1564). Aber die gelehrte Forschung steht hier noch in den Anfängen. Eine sorgfältige Durchforschung alter Bibliotheken, besonders Italiens, wird gewiß noch manches verschollene Werk zum Vorschein bringen. Natürlich haben sich die Verfasser solcher Uebersetzungen je nach den biblischen Stoffen, die fie behandelten, formal an verschiedene Vorbllder aus der zeitgenöffischen