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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1925-01-01 · 26 (1925) · p. Seite 19

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
26 (1925)
Article
Vom Studium der heiligen Schrift und der Kunst des Übersetzers bei den deutschen Juden der alten Zeit
Date
1925-01-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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— 19 — lebten, versteckt liegt? Diese Schätze zu heben wird einer glücklicheren und ruhigeren Zeit Vorbehalten bleiben. Wir müssen dankbar dafür sein, daß uns in Deutschland auf den Bibliotheken von Frankfurt. Hamburg. Berlin. München und Jena manche wertvolle alte Handschrift und viele sehr seltene alte Drucke verblieben und leicht zugänglich sind. 2. Wie ist es gekommen, daß man bei den Juden der alten Zeit Uebersetzungen heiliger Schriften ins Deutsche anfertigte und in Gebrauch nahm? Um das zu verstehen, muß man sich im Geist in die Schulen und in die Arbeitsweise der alten würdigen jüdischen Gelehrten des Golus. dieser Erzieher ihres Volkes zur Gottesfurcht und zur Treue gegen Israels geistige Güter, Bibel und Talmud, versetzen. In der Erklärung der Bibel, worin jene Männer zu allen Zeiten eine ihrer Hauptaufgaben gesehen haben, bediente man sich oft mit Absicht der Sprache des Landes., in dem man lebte. So hat es schon der große Raschi, das Haupt der berühmten Exegetenschule zu Trotzes in Frankreich, gehalten. Er benutzte französische mundartliche Wörter und Wendungen, um sich seinen Schülern im Bibel- Unterricht recht verständlich zu machen. Man darf vermuten, daß auch die Exegeten früherer Zeiten, in Spanien, in Italien und anderen Ländern des Golus, schon diese Methode angewendet haben. In Deutschland bediente man sich natürlich der deutschen Sprache zur Erklärung schwieriger Aussagen in den biblischen Büchern. Aus dieser Gewohnheit, gelegentlich die Landessprache in der Exegese zu verwenden, sind dann Sammlungen von Glossen, und schließlich ganze Bibelglossare hervorgegangen. Das älteste uns bekannte, und zugleich eins der sprachwissenschaftlich wertvollsten Zeugnisse dafür ist das prachtvolle, aus der Schule Raschis stammende Gloffar, das in der Universitäts- Bibliothek in Leipzig aufbewahrt wird. Es stammt aus dem 13. Jhdt. und bietet Glossen zu allen Büchern der 2*

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