Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Kaddisch
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 108 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 108 — Lanchum. Warum soll er nicht mitgehen? — Wer Gnade findet, dem öffnen sich heute Nacht die Pforten des Himmels. Amram. Simson, komm! (Amram, Elje. Tanchum und Simson gehen ab.) (Rahel räumt vom Tische ab. Sie stellt den Fruchtkorb, die Weinflasche, den Becher in den Speiseschrank, die übrigen Sachen trägt sie in die Küche. Dina setzt sich an den Tisch und blickt mißmutig in die Flammen der Kerzen. Rahel kommt mit einer Tischlampe zurück. Sie stellt sie auf den Tisch und betrachtet bitter lächelnd Dina). Rahel (weit den Mund aufreißend): A-a-a-ah! ... So siehst du aus, Dina! Dina (ohne ihre Position zu ändern). Was willst du? Rahel. Ich dachte nur. 's ist heut Feiertag, da soll man nicht Trübsal blasen. Dina. Bei dir ist immer Feiertag. Rahel (rückt ihr näher; mit dunkler Stimme). Ach, Dina, mein Herz ist so schwer — Dina. Was ist dir denn? Rahel. Ich weiß nicht — mich martert ein Gedanke. Dina. So laß Loch hören! Rahel. Ich trau inich nicht, ihn auszusprechen. Dina. Ich bitte dich, mach mich nicht verrückt. Rahel (fast tonlos). Ja, weißt du — vielleicht ist's Unsinn? — das mit den Wolowskis, das läßt mir keine Ruhe . . . Ich weiß nicht, mir kommt's vor, als ob Simson — und