Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Kaddisch
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 109 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 109 — — Wolowskis Tochter — die Marya — (Abbrech-nd> . Aber das ist ja nicht zum Ausdenken . . . das wäre ja- (Sirnson tritt ein; er trägt kurzen Rock und Samtkäppchen- Rahel stockt und blickt verlegen Dina an. Kurze Pause) Rahel. Schon zurück? Sims on. Glaubtest du etwa, ich werde mich mit den alten Juden hinsetzen und die ganze Nacht hindurch die Thora lesen! R ahel. Das tut ja heute Nacht jeder Jude. S i m s o n. Ich bin auch einer und tu's nicht. Rahel. Wozu den Vater ärgern? Dina. Sie möchte stets nur das gute Kind hervorkehren. — Wer bestreitet dir's? Du bist das einzig gute Kind, und wir sind Egoisten. Du hast leicht alles zu tun, was man von dir verlangt; du hast eben keine höheren Jntereffen. Rahel. Ich bin nun einmal so, wie ich bin. Mir genügt's. lJronisch). Ihr beiden strebt immer nach etwas Höherem, wie Simson sagt, nach dem Zukünftigen. Sims on. Freilich, was vergangen ist, hat für mich zu existieren aufgehört. Die Vergangenheit ist ein Grab, und wer Anspruch aus das Leben erhebt, soll nicht in Gräber hinuntersteigen. Das Gesetz . . . Rahel. Ich weiß schon (Simsons Ton nachahmend), das Gesetz ist die Schwere . . .