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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1920-01-01 · 23 (1920) · p. 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
23 (1920)
Article
Welt und Haus des deutschen Juden im Mittelalter
Date
1920-01-01
Page
73 (sequence 13)
Language
German
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73 Zinsen; dafür erhält er als Gegengabe eine Kuh, 1 Ohm Wein, 2 Maß Weizen und einen vom Bischof abgelegten Mantel.2«) Das äußere Leben war ein regsames, von einsichtigen Erzbischöfen geschützt. Großkaufleute, Finanzgenie's und Ärzte erfreuten sich besonderer Äunst. Bei einem derselben verleben wir einen anregenden Sabbat. Schon der Freitagabend entzückt uns durch die Poesie deS Hauses, die er offenbart. Der Sabbatmorgengottesdienst verläuft in der üblichen Weise. Nur etwas hören wir, das in späterer Zeit außer Übung gekommen ist. Ein junger Mann, der vor einigen Tagen seine Hochzeit gefeiert hat, wird zur Thora gerufen und mit schwungvoller Introduktion in hebräischer Sprache begrüßt. Hier ein Auszug einer solchen Begrüßungsrede in deutscher Übertragung. 27) Im Sinn der Frommen, welche mit dir ziehen, wallen. Begrüß ich dich in diesen hehren, heil'gen Hallen, Du bist so hold, dein Wort ist klar, dein Auge blitzt. Dem Fürsten gleichst du, der bei seinen Großen sitzt. Und trittst zum Segensspruch du vor die Thora hin. So ziehen alle mit in frommem Sinn. So lies denn — wie ein König glücklich — preise, Srbitt des Himmels Segen für des Lebens Gleise, Spend frommen Zwecken deine milde Gabe, Daß sich der Arme, Dürftge und die Witwe labe —; Ich will dich segnen, reich durch Beten lohnen, Mög immer Glück in deinem Hause wohnen! Freu' dich der treuen, lieben Freundin deiner Fugend, Bleibt dauernd froh im Strahlenglanz der Tugend! Dich ehren Viele heute, zieh'n in deine Hallen, Heil, Frieden, Wohlfahrt winken dir — den Deinen allen! Komm tritt heran, du teurer werter Sohn Mit den Genossen, die dich freudig führen; Gesegnet, wenn du kommst, in uns'rem Kreise weilest. Gesegnet, wenn du gehst, von dannen eilest. Es tönet dir mein Gruß, verheißend reichen Lohn, Er soll ein glücklich Leben schmücken, zieren! Am Sabbatnachmittag lauschen wir religiösen Vorträgen und genießen beim Besuche einer befreundeten Familie ein eigenartiges Vergnügen. Eine Anzahl kleiner Mädchen umringt eine Wiege, in der ein vor einigen Wochen

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