Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Welt und Haus des deutschen Juden im Mittelalter
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 67 (sequence 7)
- Language
- German
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67 „Diese Kaufleute sprechen persisch, romanisch, fränkisch, spanisch und slavisch. Sie bringen aus dem Okzident Seide, Pelzwerk und Schwerter nach dem Orient. Hier ' reisen sie bis nach Persien und China. Bei der Rückreise uehinen sie Moschus, Aloe, Kampfer, Zimt und andere Erzeugnisse des Ostens mit. Einzelne segeln nach Konstantinopel, um dort ihre Waren zu verkaufen, andere Gegeben sich nach dem Lande der Franken"?") Bis in Las 12. Jahrhundert erfreuen sich die Kölner Israeliten der bürgerlichen Gleichberechtigung. Mit dem Steigen Ler kirchlichen Macht ändert sich die Lage.") Die nach dem 2. Kreuzzuge wachsende Handelseifersucht drängte das jüdische Element nach und nach aus dem öffentlichen Leben. — Im, Judenquartier lag die Synagoge, von der die Frauensynagoge — wie dies auch für Worms und Nürnberg nachzuweisen ist — besonders erwähnt wird. Das Gotteshaus war groß, hatte kunstvoll gemalte Fenster. Es hatte besondern Ritus. In der Rähe der Synagoge stand das Gemeindehaus, in dem der aus 12 Mitgliedern bestehende Judenrat unter Vorsitz des Judenbischofs tagte. Von hoher Bedeutung war das Rabbinat und sein Kollegium. Zu erwähnen sind auch ein Tanz- oder Brauthaus, das Bad und eine Altersversorgungsanstalt?^) Für Lie gute Lage des Judenquartiers spricht, daß das Stadtchaus lange Zeit in seiner Mitte lag. —' Die Juden sprachen im gewöhnlichen Umgang das niederrheinische Platt, die feineren Kreise bedienten sich später des Französischen.^) Köln war der Hauptstapelplatz des deutschen Handels und täglich verkehrten hier Kaufleute aus Frankreich, England, Skandinavien, Ungarn und Italien. Die weltberühmte Messe vereinigte die kaufmännische Intelligenz zu Tausenden. Haupthandelsartikel waren Wollstoffe, Leder, Pelzwerk, Schmucksachen, Gold, Edelsteine, Perlen u. a. Daß es nicht an geistiger Anregung, an Besprechung gemeinsamer Interessen, auch derer der Gemeinden, fehlte, ja daß selbst schon damals Judentage abgehalten wurden, entnehme ich einer Notiz in den Kreuzzugsberichten des Salomo ben Simeon. Von dem 1096 in Eller, Kr.