Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Die Entstehung der Psalmen
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 51 (sequence 26)
- Language
- German
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— 51 l)ie Engel, die Himmel, alles, was über dem Himmel ist, alle Heere des Herrn, sodann Sonne und Mond, die Sterne des Himmels, Regen und Tau u. s. w. u. s. w. zu einem ungeheuren Jubelgesang aufgerufen werden. Einer solchen feierlichen „Einführung" des Gedichtes entspricht denn auch nicht selten sein Schluß, der die Formen des Eingangs wiederholen mag. So beginnt Psalm 136 mit dem, insbesondere beim Dankopfer üblichen Verse: „Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn ewig währt seine Gnade", und er schließt: „Danket dem Gott des Himmels, denn ewig währt seine Gnade". Auch bei neuen Einsätzen im Psalm pflegt die Einführung wiederzukehren. In Psalm 147 beginnt der erste Teil: „Preiset den Herrn, denn gut ists, ihm zu singen";! der zweite: „Singet dem Herrn mit Danksagung, spielet unserm Gott auf der Zither"; der dritte: „Lobe den Herrn, Jerusalem, preise deinen Gott, Zion"! Das sorgfältige Ausachten auf solche Eingangsformeln ist also auch deshalb von Bedeutung, weil wir dadurch die von den Dichtern selbst gewollte Anordnung des Ganzen in die Hand bekommen, die übrigens häufig eine ganz andere ist, als diejenigen Forscher, die sich bisher um hebräische Strophen bemüht haben, anzunehmen pflegen. Hat man nun das Auge an solche Formen gewöhnt, so wird man auch unschwer diejenigen Hymnen erkennen, die sich in den prophetischen Büchern befinden und ebenso beginnen, z. B. den Hymnus Jesaia 49,13: „Jauchzet ihr Himmel, und jubele, Erde, die Berge sollen in Jauchzen ausbrechen". Und dann wird man seine Freude haben an den mancherlei Abweichungen von dem gewöhnlichen Schema, i*