Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Die Entstehung der Psalmen
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 50 (sequence 25)
- Language
- German
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50 Imperativen dieses Inhalts einsetzt. So z. B. in Ps. 33: „Jubelt, ihr Gerechten, über den Herrn, den Frommen ziemt der Preisgesang. Danket dem Herrn auf der Zither, spielet ihm auf zehnsaitiger Harfe! Singet ihm einen neuen Sang, schlagt die Saiten schön mit Jubelgesang!" Der Plural dieser Aufforderung ist ursprünglich von dem Chore zu verstehen, den der Vorsänger zu Gottes Preise aufrust. Manchmal ist der Ursprung dieser Sitte noch ganz deutlich, nämlich an denjenigen Stellen, wo die so Angeredeten ausdrücklich als der heilige Chor bezeichnet werden: „Haus Israel, benedeiet den Herrn! Haus Aaron, benedeiet den Herrn! Haus Levi, benedeiet den Herrn! Die ihr den Herrn fürchtet, benedeiet den Herrn!" Die zuletzt Genannten sind die Proselyten aus den Heiden, die sich dem Judentum angeschlossen haben und bei den Gottesdiensten eine besondere Gruppe bilden. Die ganze Aufführung ist so zu denken, daß die Gemeinde, nach ihren vier Gruppen geordnet, im Heiligtum steht, der Vorsänger aber jede dieser Klassen nacheinander anredet, jeder eine Zeile vorsingend, die sie dann jubelnd wiederholt. Spätere Dichter haben diesen Stil ausgenommen und überboten: es genügt nicht, daß allein Menschen das Lied singen, vielmehr, soll Gott würdig gepriesen werden, so muß der Lobgesang von aller Welt, selbst von den Heiden, ja, von Himmel und Erde erschallen. Und so heißt es: „Bringet dem Herrn, ihr Gottessöhne (Engel), bringet dem Herren Ehre und Preis!" öder: „Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; jauchzt von dem Herrn 'mit lautem Frohlocken!" oder: „Preiset den Herrn, alle Völker, lobsinget ihm, alle Nationen!" Oder man lese den zweiten Teil des „Lobgesanges der drei Männer im feurigen Ofen", wo alle Werke des Herrn,