Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Die Entstehung der Psalmen
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 47 (sequence 22)
- Language
- German
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47 Jahrhundert ein großer TeilderBibelwifsenschastgelegenhat, als Deutsche — wir dürfen es aussprechen, ohne uns selber zu nahe zu treten — für die Formen überhaupt keinen rechten Sinn bewiesen. Das dritte Erfordernis einer Psalmengattung aber ist das schon besprochene, daß sie zu einer bestimmten Handlung des Gottesdienstes gehört. Die wissenschaftliche Aufgabe würde nun diese sein, nach diesen drei Maßstäben die Hauptgattungen der der Psalmen zu bestimmen. Aber wiederum wird es der Leser begreifen, daß wir nicht imstande sind, auf dem engen Raum, der uns zur Verfügung steht, die ganze, hierhergehörige Arbeit darzustellen und alle Psalmengattungen, deren nicht ganz wenige sind, zu beschreiben. So geben wir denn auch an dieser Stelle statt des Ganzen nur einen Teil, hoffen aber, daß wir, indem wir diesen Teil verhältnismäßig genau ausführen, dem Leser einen größeren Dienst zu leisten, als wenn wir ihm das Ganze, aber nur in ungefähren Umriffen vorführen würden. Im übrigen verweist der Verfasser auf den Artikel „Die Psalmen" in seinen „Reden und Aufsätzen" 1913 S. 92 ff., wo er eine Gesamtdarstellung versucht, und auf seine „Ausgewählten Psalmen", 4. Auslage 1917, in denen er eine Erklärung der Einzelgedichte nach den Gattungen vorgelegt hat. Diejenige Gattung, an der alle Hauptbeobachtungen am leichtesten anzustellen sind, und mit der diese Art Forschung daher am zweckmäßigsten beginnt, ist unzweifelhaft der „Hymnus", das Loblied, hebräisch tetülls. Zunächst ist der Sitz dieser Gedichte im Gottesdienste völlig deutlich. Es sind die mancherlei feierlichen Begehungen, die am heiligen Tage an der heiligen Stätte von der versammelten Gemeinde vorgenommen werden: ihr festlicher Einzug vor Gottes Angesicht, ihr gemeinsanier „Umgang" im Tanzschritt durch die Vorhöfe — von beiden haben wir schon gehandelt —, vor allem ihr Festopfer. Denn wie der König am Tage seines Festes das Lied des Sängers nicht entbehren mag, das seineTatenpreist