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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1920-01-01 · 23 (1920) · p. 45

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
23 (1920)
Article
Die Entstehung der Psalmen
Date
1920-01-01
Page
45 (sequence 20)
Language
German
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— 45 — Lied und Handlung im Gottesdienst einmal zusammengehört haben. Der Psalmengesang ist aus den Kultusliedern entstanden. Damit aber ist zugleich ein Urteil über das Mer dieser Anfänge der Psalmendichtung gewonnen. Der Kultusgesang ist ein Teil des Kultus selber und mutz, daher, ebenso wie dieser, bereits der allerältesten Zeit angehören. Dazu stimmen die Zeugnisse der Propheten; so setzt Amos als selbstverständlich voraus, daß das Opfer seiner Zeitgenossen von Gesängen begleitet war. Und das beweisen auch die babylonischen und ägyptischen psalmenähnlichen Dichtungen, die zumeistauseinersürJsraelvorgeschichtlichen Zeit herrühren. Damit ist freilich über das Alter des einzelnen, uns überlieferten israelitischen Kultusliedes noch nichts ausgesagt. Wir haben nun zu erörtern, welche bestimmten Handlungen zu bestimmten Psalmen-Arten gehört haben. Wir werden also durch die Natur der Dinge darauf geführt, die Gedichte nach Gattungen zu ordnen; und unser Maßstab dabei wird sein, daß wir diejenigen Psalmen zusammenstellen, die zu derselben oder zu ähnlichen gottesdienstlichen Handlungen gehören. Wir haben bei dieser Fragestellung für einen Augenblick stehen zu bleiben und kurz zu erörtern, warum wir auf eine solche Anordnung der Psalmen nach Gattungen Wert legen. Einer der Hauptmängel deo bisherigen Psalmenforschung ist es gewesen, daß eine solche- Zusammenstellung der verwandten Gedichte bisher überhaupt noch nicht recht versucht worden oder, wo mau sich darum bemüht hat, gescheitert ist. Der Grund dafür, daß diese Arbeit bisher nicht recht glücken wollte, lag darin, daß man den rechten Maßstab der Anordnung nicht gekannt hat. Man hat daher bei der Erklärung im letzten Grunde doch jedes Gedicht für sich nehmen müssen. Denn auch wo man, wie es allerdings ganz regelmäßig geschieht, andere Psalmen zur Vergleichung herangezogen hat, ist man doch bei der Auswahl des zu Vergleichenden dem Zufall preisgegeben gewesen. Und hierin besteht, wenn wir recht sehen, der letzte Grund, weshalb es

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