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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1920-01-01 · 23 (1920) · p. 42

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
23 (1920)
Article
Die Entstehung der Psalmen
Date
1920-01-01
Page
42 (sequence 17)
Language
German
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42 gekommen, so blieb er eine Weile stehen und sang Liese an: „Erhebt, ihr Thore, die Häupter, erhebt euch, ihr uralten Pforten, denn der herrliche König zieht ein!" Und nun scholl aus der Richtung des Tempels, wie durch die Tore selber gesungen, von einem Gegenchor die Antwort zurück: „Wer ist der herrliche König?" - Aus diese Frage aber erwidert die Prozession, die vor den Toren steht, indem sie den Namen des Einlatz begehrenden Gottes nennt: „Es ist der Herr, ein Streiter und Held, der Herr, ein Held im Krieg." Alles dies wird nun noch einmal wiederholt, wie denn solche Wiederholungen schon in den ältesten Zeiten und noch in unsern Gottesdiensten üblich sind, um Gedanken und Stimmungen dem Herzen der Zuhörer mit Gewalt einzuprägen. Zum Schluß aber wird dann als der Höhepunkt des Ganzen der feierlichste und erhabenste Name genannt, der eigentliche Kultusname des Gottes von Jerusalem: .Der Herr Zebaoth, das ist der herrliche König." Und wenn dieser Name ertönt, dann tun sich die Pforten auf; ihn erkennen sie als ihren Herrn und König an. Das Gedicht bietet uns zugleich ein Beispiel des Wechselgesanges, der einst in Israel in - weltlichen und geistlichen Liedern sehr beliebt gewesen sein mutz und von dem noch jetzt in unsern gottesdienstlichen Feiern gewisse Reste fsrtleben. Wir brauchen nur darauf hinzuweisen, wie sehr ein solcher Brauch zur Belebung der Feier dient. Auch andere Einzugslieder sind uns erhalten, so z. Bim ersten Teile von Ps. 95: „Kommt, laßt uns dem Herrn zujubeln, laßt uns jauchzen vor dem Fels unsers Heils. Laßt uns mit Dank vor sein Angesicht treten, ihm zujauchzen mit Gesängen!" „Kommt herein, fallet nieder und beugt euch, kniet nieder vor dem Herrn, dem Schöpfer!"

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