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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 101

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Ludwig Philippson
Date
1911-01-01
Page
Seite 101 (sequence 18)
Language
German
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IRI
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101 zur Förderung der israelitischen Literatur" zu gründen; er konnte ihn aber erst 1854 ausführen, und zwar mit der ganzen organisatorischen Geschicklichkeit, die ihm eigen war. Für die mäßige Summe von zwei Talern erhielt der Abonnent jedes Jahr mehr als 100 Druckbogen, gleich 1600 Seiten, von Werken, die zum Teil einen großen, alle aber irgend welchen Wert besaßen. Die Zahl der Abonnenten stieg bis an 4000, und das Institut erhielt sich volle 18 Jahre lang; es ging dann am Mangel nicht sowohl von Abonnenten wie von Autoren ein. Alle, die die Gleichgültigkeit unserer Glaubensgenossen für die literarischen Werke israelitischen Inhalts und im allgemeinen die Eitelkeit und Selbstsucht vieler Schriftsteller kennen, werden über ein solches Ergebnis erstaunt sein. Es erklärt sich nur aus dem mutigen Optimismus, der Geschicklichkeit, Beharrlichkeit und Volkstümlichkeit des Urhebers und eigentlichen Leiters. Man hat versucht, , das Institut nachzuahmen, aber ohne bleibenden Erfolg. Es hat die gute Wirkung gehabt, unter den Israeliten eine Menge guter Schriften und eine Fülle von Kenntnissen zu verbreiten, sowie einer großen Anzahl jüdischer Schriftsteller und Gelehrten die Veröffentlichung ihrer Arbeiten zu ermöglichen. Die Erbschaft des „Instituts" haben auf der einen Seite die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums", auf der anderen die „Vereine für jüdische Geschichte und Literatur" angetreten. So sind diese Schöpfungen wenigstens in indirekter Weise, gewissermaßen auch Nachkomnien des Philippsonschen Geistes. Nichts fehlt dem deutschen Judentum mehr als die Einheit. Ich spreche hier nicht von der durchaus natürlichen, sogar notwendigen und heilsamen Trennung in Orthodoxe, Liberale und radikale Reformer, sondern von der gesetzlichen Auflösung des Zusammenhanges der Gemeinden. Mit Ausnahme einiger süddeutschen Länder haben die größeren deutschen Staaten, in der Absicht, das Judentum allmählich zu zersetzen und zu zerstören, dasselbe gesetzlich in mehrere tausende von Gemeinden zerrissen, von denen einige zu groß, die ungeheure Mehr-

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