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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 79

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Abraham Geiger
Date
1911-01-01
Page
Seite 79 (sequence 9)
Language
German
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79 sich gern in die Vergangenheit versenkte, um ihre verborgenen Schätze zutage zu fördern. Seine literarhistorischen Untersuchungen sind ihrer Methode nach noch heute mustergiltig, die von ihm veröffentlichten Texte durch ihre Korrektheit ausgezeichnet, wichtige Handschriften sind durch ihn der jüdischen Literatur zugänglich gemacht worden. Der religiösen Auffassung des jüdischen Mittelalters sind seine Abhandlungen über die Religionsphilosophie gewidmet, deren Systeme er als Erster in großen Umrissen vergleichend dargestellt hat. In die Gedankenwelt der späteren Jahrhunderte führen die Arbeiten über die Zweifler Elia del Medigo und Juda da Modena ein. Wie die jüdischen Theologen der Vergangenheit ihren Glauben gegen Angriffe von außen verteidigt haben, wurde in den „Proben jüdischer Verteidigung im Mittelalter" gezeigt. Ein wertvoller Schatz von Gedanken und Anregungen wird hier der Mitwelt zugänglich gemacht. Prophiat Durans satyrisches Gedicht: „Sei nicht wie Deine Väter" und Jsak Trokis wuchtige Beweisführung, auf die Geiger besonderen Wert legte, verdienen auch heute noch volle Beachtung. Es ist bekannt,, daß Geiger selbst wiederholt öffentlich mit großem Nachdruck die Verteidigung des Judentums gegen Verunglimpfung geführt hat; wo die jüdische Religion vom Standpunkt der Wissenschaft oder der Kirche eine Beschimpfung erfuhr, erschien Geiger auf dem Kampfplatz und wies die Gegner in die Schranken. Ein anderes Gebiet, dem erst die Neuzeit wieder die gebührende Beachtung und Anerkennung verschafft hat, war die hebräische Poesie des Mittelalters, insbesondere die der Blütezeit der Dichtkunst in Spanien. Die beiden Dichterfürsten Salomon ibn Gabirol und Jehuda Halevy verdanken Geiger eine eingehende Charakteristik, in der er ihre Poesie an der Hand ihrer Schicksale beleuchtete und die Kenntnis ihrer Schöpfungen durch eine Fülle neuer Veröffentlichungen bereicherte. Eine vergleichende Darstellung gab eine Uebersicht über die besten Dichter

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