Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 14 (1911)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3111067-3111094-3114749--3762-3114836- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
68 geschichtlichen Tragödie von der Austreibung der Juden aus Spanien steht, gibt den Stoff zu dem historischen Drama: „Don Jsaac", von Santo Semo (in französischer Sprache). Von literarhistorischen Schriften sind zu erwähnen die sich mit dem berühinten jüdischen Maler Israels beschäftigende Studie von M- Eisler „Von jüdischer Kunst (Jozef Israels)"; eine den Spuren der jüdischen Einflüße auf Heine's Dichtung mit großem Fleiß und Verständnis nachgehende Untersuchung von M. Bienenstock: „Das jüdische Element in H. Heine's Werken". Wenn auch diese Seite in Heine schon vielfach behandelt wurde, so hat diese Schrift den Vorzug, daß dies in ihr im Zusammenhang und mit Beherrschung des betreffenden jüdischen Schrifttums geschieht. Eine neue Heineforschung liegt in der von Gustav Karpeles kurz vor seinem Tode abgeschlossenen Publikation vor: „Heine Reliquien". Einen in seinem Schicksal und als ungewöhnlich großes dichterisches Talent merkwürdigen Mann führt uns M. Weisberg vor in seinem Buche: „Wölwel Zbarazer, der fahrende Sänger des galizisch - jüdischen Humanismus". Der begabte hebräische und jüdisch-deutsche Dichter, der nur infolge der galizischen Verhältnisse nicht zu voller Entwicklung gelangt ist, findet in dieser Schrift eine liebevolle Würdigung. Dieser Klasse von Volksdichtern ist gewidmet die Studie von A. Wolf: „Fahrende Leute bei den Juden", die M. Gruenwald aus dem Nachlaß des verstorbenen Autors veröffentlicht hat. Der jüdische Humor findet seinen würdigen Literarhistoriker in dem gemütvollen M. Nusl, der neuerdings mit einer Schrift „Rabbi Lach und seine Geschichten" hervorgetreten ist. Das anmutige Kleinleben im Ghetto des Landstädtchens schildern in unnachahmlicher Liebenswürdigkeit die bekannten Humoresken „Aus dem Notizbuch des Onkel Jonas" von Siegmund Kronbach, die jetzt in einer neuen Volksausgabe erschienen sind.