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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 58

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1911-01-01
Page
Seite 58 (sequence 38)
Language
German
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58 Goethes Spinozismus" von Gerhard Schneege; die Abhandlung zeichnet sich durch Gründlichkeit und Objektivität aus. In polnischer Sprache erschien von I. Lewkowicz „Aus der Philosophie des Judaismus" (1. Baruch Spinoza als Bibelkritiker, 2. Friedrich Nietzsche über Juden und Judentum). Ein lehrreicher Vortrag von Hermann Cohen „Innere Beziehungen der Kantschen Philosophie zum Judentum" ist dem letzten Jahresbericht der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums beigegeben. Das Studium der hebräischen Sprache, das in den letzten Jahren an Interesse gewonnen hat, fördert immer neue Untersuchungen und Forschungen zu Tage. Wenn ich nicht irre, ist in dieser Beziehung eine bedeutsame Wendung zu beobachten. Auf diesem Gebiete ist vor etwa 25 Jahren, zumeist angeregt durch Friedrich Delitzsch, eine Art Revolution vor sich gegangen, indem die hebräische Etymologieforschung von ihrem innigen Zusammenhang mit der arabischen (die seit Schaltens angehalten hat), losgelöst wurde. Die meisten Forscher des Hebräischen wandten sich mit Eifer dem Assyrischen zu. Wir verdanken dieser neuen Richtung unstreitig manche wertvolle Entdeckung, wodurch nicht wenig unverstandene oder, was noch schlimmer war, arg mißverstandene Stellen in der Bibel ihre richtige Aufklärung gefunden haben. Trotzdem sich einige Semitisten gegen die neue Methode scharf gewehrt haben, drang sie doch allgemein durch. Es ist aber jetzt eine Reaktion zugunsten des Arabischen zu konstatieren, die ebenfalls ihre gute Berechtigung gegen alle Uebertreibungen hat. Es ist nur zu hoffen, daß sie nicht in das entgegengesetzte Extrem hinausläuft, die hebräische Forschung wieder zu einer Domäne des Arabischen zu machen. . Der ethisch-wissenschaftliche Lehrsatz: „Nimm die Wahrheit von jedermann, gleichviel wer. sie ausgesprochen hat", hat auch hier seine Berechtigung. Jedenfalls zeigen die.Ergebnisie der neuesten Untersuchungen, daß man auch da noch immer zulernen kann. Zum Verständnis des biblisch-

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