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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 57

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1911-01-01
Page
Seite 57 (sequence 37)
Language
German
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57 (um 1068); eine informierende Darstellung der damaligen arabischen Philosophie als Erkenntnistheorie und als Ethik, durch die uns mancher wichtige Punkt in der älteren jüdischen Religionsphilosophie aufgehellt wird. Einer späteren Zeit gehören die Untersuchungen an über „Die philosophischen Ansichten von Razi und Tust" (der erstere starb 1209 und der letztere 1273). Es ist dies die Zeit, wo in der jüdischen Religionsphilosophie, nach Maimonides, einerseits ein scholastischer oder kabbalistischer Zug beginnt, andererseits der Materialismus des genialen Jbn-Roschd (Aveross) in dem kühnen Buche „Milobsrnot bs-sobom^des Gersonides auftritt. Auch über diese Vorgänge wird man in der zeitgenössis chen arabischen Philosophie durch die vorliegende Studie manchen bedeutungsvollen Aufschluß finden. Dem zuletzt erwähnten Buch ist ein Anhang beigegeben: „Die griechische Philosophie in der Vorstellungswelt von Razi und Tust". Bei der nahen Verwandtschaft zwischen arabischer und jüdischer Philosophie sind diese Abhandlungen auch für das Verständnis des Judentums in seiner religionsgeschichtlichen Bedeutung von großem Nutzen. — In der Sammlung „Philosophische Bibliothek" ist erschienen die „Ethik" von Spinoza, übersetzt und mit einer Einleitung und mit einem Register versehen von Otto Baentsch. Es braucht jetzt nicht mehr erst gesagt zu werden, daß Spinoza's Ethik mit der jüdischen Philosophie des Mittelalters viele Berührungspunkte hat; das ist bereits von verschiedenen gründlichen Kennern der jüdischen Religionsphilosophie in selbständigen Schriften und vielen Abhandlungen genügend nachgewiesen. Spinoza's epochemachendes philosophisches Hauptwerk steht somit zum großen Teil auf jüdischem Boden. In der Einleitung zu dieser neuen sehr genauen Uebersetzung ist gut übersichtlich alles enthalten, was zum Verständnis der „Ethik" notwendig ist; sie trägt dazu bei, leichter in dieses philosophische System zu dringen und es richtig zu erfassen. — Mit Spinoza beschäftigt sich auch Dunin- Borkowski in einem umfangreichen Werke: „Der junge De Spinoza", ebenso eine gute Programmschrift „Zu

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