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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1911-01-01
Page
Seite 52 (sequence 32)
Language
German
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Ein evangelischer Theologe und Bibelforscher, der „Austauschprofessor" George F. Moore, hat im letzten Winter in der Aula der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums einen Vortrag vor einem gebildeten Publikum gehalten: „Die Eigenart derhebräischen Geschichtsschreibung im alttestamentlichen Zeitalter". Dieser geist- und gedankenreiche Vortrag ist später im Jahresbericht des genannten wissenschaftlichen Institutes erschienen. Wir sind bereits von der falschen Annahme abgekommen, den Wert eines Buches nach seinem Volumen zu beurteilen, nach der Zahl seiner Blätter. Bereits im Altertum lehrte ein jüdischer Weiser: „Schau nicht auf das Gefäß, sondern auf dessen Inhalt". In wenigen Blättern ist da eine Fülle von schönen und anregenden Gedanken über den ästhetischen Wert der biblischen Geschichtsbücher geboten. Es wäre sehr zu wünschen, daß diese Anregungen auf fruchtbaren Boden fielen. Die Bibel wird bei solcher Beleuchtung gewiß nur gewinnen. Leider ist gerade dieses Gebiet im letzten Jahre sehr kärglich gepflegt worden. Von L. Ginzberg ist englisch erschienen: „The Legends of the Jews. I. Bible Times and Characters from the Creation to Jacob44, II. Bible Times and Characters from Joseph to the Exodus, und von L. Simon: „Aspects of the Hebrew Genius44 (ein Band Essays über jüdische Literatur und Ideen). — Von der verdienstvollen Ausgabe einer neuen und korrekten deutschen Uebersetzung der jüdisch-griechischen Schriften, die unter der Leitung des bekannten Philologen Leopold Cohn in Angriff genommen wurde, ist der 2. Band erschienen, der eine Fortsetzung der Schriften Philos enthält in einer gediegenen Uebersetzung mit erklärenden Anmerkungen und Einleitung vom Herausgeber und von J.Heinemann. Auch aufeine andere nicht minder verdienstvolle Ausgabe des jüdischen hellenischen Philosophen sei hier hingewiesen:,,Philon, Commantaire allegorique des saintes lois d’apres 1‘oeuvre des six Jours44, der griechische Text mit französischer Uebersetzung, Einleitung und Index von E. Brehier. — Von Philo zum Talmud ist nicht nur räumlich und zeitlich ein weiter Schritt; aber gerade

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