Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 14 (1911)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 14)
- Language
- German
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34 Literature“ von H. M. Hughes und „Die Himmelfahrt des Moses", eine nach der Handschrift neu revidierte Ausgabe von Carl Clemen. Ein sehr wichtiger Fund aus der jüngsten Zeit ist die Sammlung „Jüdisch-Christlicher Psalmen aus dem ersten Jahrhundert", die der englische Forscher I. Rendel Harris vor einigen Jahren in einer syrischen Uebersetzung gefunden und herausgegeben hat. Die Handschrift stammt aus der Nähe des Tigris. Jetzt hat Johannes Flemming diese Oden ins Deutsche übersetzt, während sie von Adolf Harnack kritisch und literar-geschichtlich bearbeitet wurden. Die Ansicht Harnacks über Alter und Ursprung dieser Psalmen, die ältere christliche Schriftstelle im zweiten Jahrhundert gekannt und zitiert haben, scheint mir ganz richtig zu sein. Ebenso die Annahme, daß die Psalmen von einem Juden stammen und daß die christlichen Bestandteile später hinzugefügt worden seien. Mit den älteren apokryphischen „Psalmen Salomos", die kurz nach Pompejus' Einfall in Palästina und seinem schmählichen Ende entstanden sind, haben die neu entdeckten Oden Wohl nichts gemein. Sie sind auch inhaltlich und im Ton voneinander grundverschieden. Die früheren „Psalmen Salomos" atmen einen jüdisch-nationalen Geist, während diederneuen Sammlung allgemein religiös-lyrisch gehalten sind; sie haben große Aehnlichkeit mit manchen Psalmen im ersten biblischen Psalmbuch, nur daß sie nicht so pessimistisch gehalten sind, wie dieser 2.eil der kanonischen Psalmen. Jedenfalls ist dies ein sehr wertvoller Beitrag zu der Religionsgeschichte jener Epoche. Eine dankenswerte und gut brauchbare Uebersetzung für Studierende bieten die von A. Ungnad übersetzten und von ihm und W. Staerk mit Anmerkungen versehenen „Oden Salomos". — Der dänische Gelehrte Ove Ehr. Krarup, veröffentlicht eine „Auswahl pseudo-davidischer Psalmen", arabisch und deutsch nach verschiedenen Handschriften.