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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 28

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1911-01-01
Page
Seite 28 (sequence 8)
Language
German
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28 Das biblische Schrifttum steht noch immer im Vordergrund der religionsgeschichtlichen Studien. Es bleibt die Quelle des religiösen Lebens» und mehr denn je ist unsere Zeit damit beschäftigt» dieses große Buch nach allen Seiten zu durchforschen. Nach verschiedenen Irrungen und Wirrungen» nachdem es eine Zeit lang Mode war» die biblische Geschichte mit Mißtrauen zu behandeln und auch den religiösen Inhalt der biblischen Bücher herabzusetzen, ist man jetzt auch in protestantischfreisinnigen Kreisen zu einer objektiven und gerechten Würdigung dieses Schrifttums gelangt. Die Bibel hat die Krisis der kritischen Untersuchung nicht nur überdauert, sondern sie ist gerade im Licht der modernen Forschung zu einer höheren Wertschätzung gelangt. Die hyperkritische Schule» die mit den wunderlichsten Hypothesen operiert, verliert immer mehr an Boden. Von den neuesten Erscheinungen des letzten Jahres sind hervorzuheben: Die Biblia Hebraica von Kittel, die nunmehr in 2. Auflage erschienen ist; „Einleitung in das Alte Testament" von E. Sellin; „Einführung in die biblischen Bücher" (Altes Testament) 1. Heft: die fünf Bücher Moses und das Buch Josua von E. Huehn; „Das Alte Testament im Lichte modernistisch-katholischer Wissenschaft" von Th. Engert. Diese letzte ist eine populäre Schrift über verschiedene biblisch-kritische Fragen, die das Mißfallen der katholischen Kirche gefunden hat. Wenn sie auch nichts Neues enthält, so sind in ihr doch die bekannten bibel-kritischen Einzelheiten gemeinverständlich zusammengefaßt. Eine ganz neue Methode in der Behandlung des biblischen Schrifttums wendet Hugo Greßmann in seinem Buche an: „Die älteste Geschichtsschreibung und Prophetie Israels" (von Samuel bis Amos und Hosea), die er übersetzt» erklärt und mit Einleitungen versehen hat. Diese Arbeit ist für gebildete Laien bestimmt oder auch für Geistliche, die nicht in streng wissenschaftliche Bibelforschungen eindringen wollen. Es werden da die Hauptpartien der in Betracht kommenden biblischen Bücher geboten, nicht aber in der anonischen Rechenfolge, mit Weglassung solcher Stellen,

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