Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 14 (1911)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 9)
- Language
- German
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29 die nicht in den Zusammenhang hineingehören. Dabei verfährt der Verfasser nach der Methode der modernen Textkritik, von der er den ausgiebigsten Gebrauch macht. In Kürze kann man nicht über alle Einzelheiten dieses eigenartigen Werkes urteilen; die Bibelforschung wird sich jedenfalls damit beschäftigen müssen. Es sei noch erwähnt, daß dies Buch, der ersterschienene Band einer großen Sammlung ist, die von nahmhaften Gelehrten, unter dem Titel „Die Schriften des Alten Testaments", herausgegeben wird. Ferner sind auf diesem Gebiete zu erwähnen: R. Kittel: „Die alttestamentliche Wissenschaft in ihren wichtigsten Ergebnissen"; die sehr lesenswerte und belehrende Schrift „Das Alte Testament im Lichte der altorientalischen Forschungen" von I. Nike! (Heft 2 u. 3) — die sicheren Ergebnisse der neuen Forschungen auf diesem Gebiete sind hier übersichtlich ohne Tendenz und mit erfreulicher Vorsicht dargestellt. Außerdem noch I. Adams, „Israels Ideal; or, Studies in Old Testament Theology;" B. H. Alford, „Old Testament History and Literature"; L. S. Landersdorfer, „Bibel und die südarabische Altertumsforschung" — die zuletzt erwähnte Schrift, eine populär-wissenschaftliche Darstellung über die ernste Wendung in der Bibelforschung, die sehr beachtenswert ist. In der letzten Zeit hat der panbabylonische Enthusiasmus, der seit den bekannten „Babel und Bibel"- Vorträgen grassierte, wesentlich nachgelassen. In jenen Kreisen, wo man wirklich Wissenschaft Pflegt und nicht auf Sensationen ausgeht, ist man zu einer kritischen Sichtung der gewonnenen Ergebnisse geschritten, wobei sich vieles als unhaltbar erwiesen hat. Die Sammlung arabischer Inschriften des jüngst verstorbenen Arabisten Glaser hat nicht wenig dazu beigetragen, neues Licht auf verschiedene dunkle Partien des biblischen Schrifttums zu werfen. Landersdorfer hat in seinem Buche die gewonnenen Resultate mit großem Geschick zusammengestellt. Vom katholischen Standpunkt beleuchtet A. Schmitt die Frage „Bibel und Naturwissenschaft", in einer populären Darstellung, in der die Angriffe der Naturwissenschaftler auf die heilige Schrift zurückgewiesen werden. In größerem