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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 25

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1911-01-01
Page
Seite 25 (sequence 5)
Language
German
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25 Wissenschaften geworden. Kommen wir beispielsweise zu der Geschichte der Juden, für die noch immer mit Recht das größte Interesse vorhanden ist. Es liegt in der Natur der Dinge, daß ein richtiges Verständnis für die jüdische Geschichte, die nach unseren Begriffen auch eine Kulturgeschichte sein muß, nur durch die Beherrschung des gesamten geschichtlichen Materials und aller Vorgänge auch des Geisteslebens des jüdischen Volkes möglich ist. Eine weitere Forderung ist auch die Erforschung des Wirtschaftslebens der Juden zu allen Zeiten und an allen Orten. Daraus ergibt sich aber die Verschiedenartigkeit der einzelnen Bestandteile der Geschichte der Juden und des Judentums, die sehr weit auseinander liegen. Für das Verständnis der jüdischen Geschichte ist die assyriologische Forschung nicht minder wichtig als die auf dem Gebiete des Hellenismus; die Geschichte des gaonäischen Zeitalters, in "das die Entstehung des Karäertums fällt, spielt aus ganz anderem Boden als die der Blüte der jüdischen Religionsphllosophie. Schon die Vielseitigkeit der rein philologischen Forschung, durch die man erst an die Prüfung des Quellenmaterials Herangehen kann, bietet für die Historiker große Schwierigkeiten. Das sind Arbeiten, die von einem Einzelnen gar nicht mehr geleistet werden können, und es zeigt sich immer deutlicher die Notwendigkeit, fremde Vorarbeiten benutzen zu müssen. Die Teilung der Arbeit ist übrigens auf anderen wissenschaftlichen Gebieten schon lange durchgeführt worden, und sie wird auch in der Wissenschaft des Judentums erfolgen müssen. Um so sorgfältiger und ins Einzelne gehend werden die Spezialforschungen ausfallen. Ich glaube nun, daß man der Bibliographie, die in der letzten Zeit bei uns nicht genügende Beachtung gefunden hat, mehr Aufmerksamkeit zu widmen haben wird. Auch da wird man an eine Teilung der Arbeit gehen, da zur Zeit eine erschöpfende und vollständige Bibliographie (und nur bei gesicherter Vollständigkeit erreichen solche Arbeiten ihren Zweck) auf allen Gebieten der Wissenschaft des Judentums nur vomFleitz gemeinsam arbeitender Fachmänner zu erwarten ist.

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