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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 24

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1911-01-01
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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24 in dessen apologetischer Behandlung. Aber die echte Wissenschaft sucht lediglich die objektive Wahrheit und hat gar keine Tendenz. Wenn erst die Angriffe auf das Judentum aufhören werden — ich meine die sogenannte „wissenschaftliche" Feindseligkeit —, so wird auch aus unseren wissenschaftlichen Schriften der gereizte und verärgerte Ton verschwinden. Es gibt noch immer viele Schichten des Judentums, die nur von jüdischen Gelehrten erforscht werden können. Allerdings ist es unser Wunsch, daß auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Forschung jede konfessionelle und nationale Schranke beseitigt werde. Die Wahrheit kennt solche Unterschiede nicht und darf sie nicht kennen. Wenn somit christliche Gelehrte an die Erforschung des „Spätjudentums", wie der neueste Modeausdruck lautet, d. h. an die Erforschung des Judentums in nachchristlicher Zeit, gehen würden, dürfte dies uns nur sehr willkommen sein. Einige Anfänge sind nach dieser Richtung hin in der letzten Zeit gemacht worden, und insofern sie der Wissenschaft dienen, finden sie auch unsere dankbare Anerkennung. Solche Arbeiten, wenn sie objektiv und gediegen sind, dienen nicht etwa dem Judentum, sondern der menschlichen Erkenntnis. Indessen wird es voraussichtlich noch lange dauern, bis das ganze reichhalsige Material von christlichen Gelehrten beherrscht sein wird. An jüdischen Forschern liegt es noch immer, die nötigen Vorarbeiten in strengster ^aktheit zu schaffen. Das schließt natürlich nicht aus, daß von jüdischer Seite auch etwas Ganzes und Vollendetes ins Leben gerufen würde. Nur ist die Freilegung und Sichtung des Materials eher zu hoffen und zu erwarten, well sie ein gediegenes Wissen und ehrliche Forscherarbeit voraussetzt, während große wissenschaftliche Schöpfungen noch an andere Bedingungen geknüpft sind. Es ist dies ein Punkt, der nach meinem Dafürhalten größere Beachtung erheischt. Die Wissenschaft des Judentums hat, auch rein äußerlich genommen, einen Umfang erreicht, daß sie von einem einzelnen Forscher kaum übersehen, geschweige denn beherrscht werden kann. Sogar einzelne Zweige dieser Wissenschaft sind zu Universal-

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