Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Des Schames Tochter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 276 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Spielen, Klingen aus der Ferne . „Ihre Tochter feiert Hochzeit — Und zu ihrer frohen Trauung Führt sie jetzt die tote Mutter . . . IX. Alle Tage, alte Nächte Hört und sieht der alte Rabbi, Wie ihr Leben sich entwickelt. Und er weinet heitze Tränen. Und er flehet an den Schöpfer: „Latz mich, Gott, doch einmal hören Ihre Seufzer und ihr Weinen, Ihre Tränen Latz wich sehen — Gieb den Trost wir, lieber Vater, Datz in ihrew Leben wären Unglück auch und bitt're Leiden, Schwere Stunden, grotze Schmerzen, Datz Deborah einmal fluchte Ihrem bittern, schweren Leben Und sich sehnte nach dem Tode . . . Laß mich ihre Tränen sehen!". X. Doch sein Flehen war vergeblich. Süße Lieder, traute Weisen Hört er tönen in der Ferne — Glücklich war ihr ganzes Leben . . . Jenes stille Frauenleben, Welches nicht glänzt wie die Sonne, Sondern gleicht dem Morgensterne, Ohne Wind und ohne Wolken —