Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Des Schames Tochter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 277 (sequence 8)
- Language
- German
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277 Und des Rabbis Tränen fließen Viele Tage, viele Jahre. „Lieber Vater!" — fleht der Rabbi — Zeig' rnir Deine große Gnade. Laß die alte, wunde Seele Frei sein von den schweren Leiden — Hilf rnir, großer Gott irn Himmel, Daß ich endlich könnte sterben!" — IX. Tag um Tag und Jahr um Fahr Schwanden hin... und aus dem Städtchen Ist schon längst 'ne Stadt geworden, Eine große, reiche Stadt. Viele Greise, die der Rabbi Noch als Kinder hat gekannt, Ruhen längst schon aus dem Friedhof, — Aber er ist noch am Leben. Neue Zeiten, neue Menschen, Neues Leben, neue Sitten Sind gekommen, — fremd sich fühlet Als ein müder Greis der Rabbi. Seine Augen blicken trübe. Welk geworden ist der Körper; Und er flehet an den Himmel, Endlich ihm den Tod zu senden . . . X. Ein Gedank' und ein Verlangen Sind dem Rabbi nur geblieben: Sterben! Sterben!. . . Und am Ende Hat sich seiner Gott erbarmet. 18