Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Des Schames Tochter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 275 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111088-3114456--3097-3114743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
275 Da erscheint vor seinem Geiste Ein gar holdes, liebes Antlitz — Seine Schülerin Deborah Glaubt er deutlich zn erkennen. . . „O, verzeih' mir, liebe Tochter, Daß Du meinetwegen gingest Von der Welt — denn wenn Du lebtest. Würdest jetzt Du eine Braut sein". VII. Tag um Tag und Jahr um Jahr Schwinden hin — da hört er deutlich Schweres Stöhnen einer Wöchnern . . . lind er weinet heiste Tränen. „O, verzeih' mir. liebe Tochter", Fleht der Rabbi tiefergriffen. Wärest heut' Du noch am Leben, Würdest Mutter Du jetzt werden". Nacht für Nacht so Hort der Rabbi Aus der Ferne ihre Stimme — Süße, traute Wiegenlieder Singt bei Nacht die tote Mutter . . . VIII. Dreizehn Jahre sind verflossen . . . Ihren Knaben, der Bar-Mizvah, Hört er eine Rede halten ... „Ein Gelehrter wär' ihr Söhnchen!" „Wieviel Freude" — denkt der Rabbi — Würd' die'Mutter an ihm haben!" Später hört er Musikanten, Flöten, Harfen und die Geigen