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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 268

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Die gute Partie
Date
1908-01-01
Page
268 (sequence 18)
Language
German
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265 „Wissen Sie was", jauchzte sie in wonnigem Uebermut laut auf. „Treten Sie auch wieder in's Judentum ein. Das ist doch die schönste Gelegenheit". Der Spaß wurde aber sehr ernst genommen und das für und wieder sehr eifrig diskutiert. Frau Feilchenblau erklärte, nicht das geringste gegen das Judentum zu wissen — aber sie hätte sich in den vielen Jahren von allen diesen alten Gebräuchen entwöhnt, sie könnte sich zum Beispiel an gar keine jüdische Zeremonie erinnern und hätte gar keine Fühlung mehr mit eigentlicher! Juden; nur das Grab der Eltern auf dem jüdischen Friedhof besuchte sie alle Jahre eimnal. „Aber bitte", sagte die Bachsteg. „Sie haben ja noch die Gruft auf der israelitischen Abteilung; ich habe doch vor kurzem erst dort die Aufschrift gelesen: Ruhestätte der Familie Feilchenblau". „Je nun", erwiderte sie etwas verlegen, „wir haben uns bald nach unserem Uebertritte auf dem christlichen Friedhofe eine andere Grabstätte gekauft". „Na und die jüdische"? „Die haben wir den Eltern meines Mannes zum Christkindel geschenkt". Die Fraenkel hätte am liebsten vor Wonne geheult, aber der Hausherr wollte auch zu Worte kommen. Er war dafür, daß die Trauung im großen Tempel in der Seitenstettengasse stattfinde, er meinte, den Trauungen im Hause fehle die rechte Weihe — dann hätten sie auch so etwas Heimliches an sich, als wolle man sein letztes Stückchen Judentum verstecken. „Recht haben Sie", stimmte die Fraenkel zu, „ich freue mich ganz närrisch auf eine echte und rechte jüdische Hochzeit' So eine jüdische Trauung ist doch wunderschön: erst das Vorspiel auf dem Harmonium, man rauscht in den Tempel hinein. Paar um Paar stellt sich in Reihen — extra die Damen und die Herren. Dann stimmen die Sänger einen schönen Chor an, und wenn endlich der Sulzer mit seiner herrlichen Stimme singt". „Aber der Sulzer ist doch längst gestorben", entgegnen die Feilchenblau. Die Fraenkel ließ sich jedoch nicht irre machen. „Haben wir nicht alle im großen

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