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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 247

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Eine glückliche Ehe
Date
1908-01-01
Page
247 (sequence 18)
Language
German
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247 „Was mir? Hast Du mir überhaupt nur einmal Zu Wort kommen lassen? — Was Hab ich schon von Dir gehabt in mein ganzes Leben? Nur Aerger. Was haste mer denn gemacht in Dein ganzes Leben? Nur Sorg. Heißt das 'n Ehemann, was De sor mir gewesen bist? Un ich, was Hab ich getan sor Dir? Ich Hab Dir in Stand gehalten un Hab mir geplagt sor Dir bei Tag un bei Nacht. — Da, näh Der Dein Knöpp selber an. Was soll ich mer noch Plagen sor 'n Mann, der kein Dankbarkeit nit kennt?" Damit warf sie ihm die Jacke zu. an der sie soeben die Knöpfe sestgenäht hatte. „Wer ärgert 'n andern mehr," sagte Muel ruhig, „Du mir oder ich Dir? Das is de Frag." „Aus Rätselraten laß ich mer nit ein, dazu bin ich ZU alt." „Das is doch kein Rätsel, das is doch 'ne klare Sach', das is doch so klar wie . . . wie ..." — Während Muel nach einem Vergleich suchte, erhob sich Röschen schwerfällig aus ihrem Sessel und ging nach dem festlich gedeckten Tisch hinüber. — „Was stell ich mein' beste Tassen auf mein best Tafeltuch? Wofür? Aber es is noch Zeit, Gott Dank, 's is noch Zeit." Damit räumte sie die Sachen bei Seite. — „Gott Rösche, rtu sei doch vernünftig ..." „Was sagste, vernünftig soll ich sein? Du sagst das, 'n Mann wie Du?! Steh auf aus der Sofaeck. Leut wie Du, brauchen auf kein Sofa zu sitzen. — Vernünftig soll ich sein. — Un daß De mer sofort die Pfeif beiseit tust. Leut wie Du brauchen nit zu rauchen. Wenn ich nur könnt de Guirland runter kriegen un 's Schild. — Darum hat mer nu sein alles dran gesetzt, um den Mann Widder zurückzubringen aus de Fremde in sein eigenes Heim un bei sein' eigene Frau, daß er mer nu sagt, ich soll vernünftig sein." Muel erhob sich aus seiner Sofaecke und klopfte seine Pfeife aus, dann setzte er sich ruhig in seinen 16*

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