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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 242

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Eine glückliche Ehe
Date
1908-01-01
Page
242 (sequence 13)
Language
German
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242 „Ich kornrn morgen mal vor und seh mich bei Euch um, jetzt habe ich keine Zeit mehr. Adieu Röschen." — — „Da, sie drückte der alten Frau ein Markstück in die Hand — macht Euch mal 'n kleines Extravergnügen, es ist heut so schön." Sie achtete gar nicht darauf, daß die alte Frau sich nicht bedankte, sondern nur mißmutig mit dem Kopf schüttelte .... Sie sah mit ihren hellen Kinderaugen in den Glanz des Sommers und ein beglückendes Gefühl starken, reichen Lebens durchströmte sie. — Das alte Röschen sah auf das Markstück herab, das, wie ein toter Silberfisch auf einer braunen Erdscholle, in chrer Hand lag ,,'n Extravergnügen?" brummelte sie vor sich hin. „Für mich giebts nix Extras mehr un kein Vergnügen. Aber jetzt Hab ich so viel zusammen, daß ich mer die schwarze Schürz kaufen kann, wo's Schanettche an zu kaufen is, da ärgert se sich, das neid'sche Stück/' „Frau Doktor, ob das recht war, läßt der Briefträger fragen." — Anna steckte einen feuchten, roten Arm durch die Türspalte und balancierte in den beiden, am wenigsten seifigen Fingern einen großen, etwas angeschmutzten Brief. „Zeigen Sie mal." — „An die Frau Dukter Stern Wohlgeboren Nummer 12 oder 21" — und dann der Name der Stadt stand in unbeholfenen, großen Buchstaben uuf dem streifigen Kuvert. „Das soll wohl stimmen, Anna " — Frau Dr. Stern kannte sich aus in Armenbriefen. Sie öffnete und las: „Geehrte Frau Dukter Wohlgeboren. Nämlich nit, weil es nit gutes Essen wär oder die Stub zu klein. Nit mal weil der Jakob Eberescher immer von mein stats von sein Tabak nemmt. Auch ist der Forstand sehr annständig un immer frische Wäsch. Aber es fehlt mir was un is dises woll das Ich gewehnt bin das mer Einer Ausschimpft. Wenigstens jedden Tag einmal. Mechten nu un si Könnten Es machen geerte frau

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