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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Karl Emil Franzos
Date
1908-01-01
Page
220 (sequence 45)
Language
German
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220 „Allerlei Geister" (Berlin 1897), „Mann und Weib" (Berlin 1899), in denen manche Vorgänge des Berliner Gesellschaftslebens verwertet wurden; „Ungeschickte Leute" (Jena 1894, 3 Ausl. 1903), eines seiner liebenswürdigsten Bücher, das mit Benutzung eigener Erlebnisse, besonders der Vorkommnisse aus seiner Jugendzeit mit Humor und leichtem ironischen Anflug Idealisten vorführt, die dem Lebenskämpfe nicht völlig gewachsen sind und in ihrem hohen Fluge ermatten. Gegen Ende seines Lebens, seit seinem letzten größeren erzählenden Werke 1896, trat das Novellistische entschieden in den Hintergrund, wenn auch einige kleinere Erzählungen erschienen, die erst nach seinem Tode in zwei Bänden gesammelt wurden „Neue Novellen", (Stuttgart 1905), „Der alte Damian und andere Geschichten" (das.). Aber er überraschte und erfreute seine große Gemeinde durch ein merkwürdiges Buch „Deutsche Fahrten", dessen ersten Band „Anhalt und Thüringen" er selbst herausgab (Berlin 1903), dessen zweiter Band „Aus den Vogesen" (Stuttgart 1905) durch die liebevolle Sorgfalt seiner Gattin ediert wurde. Er überraschte mit dieser Gabe, denn man war diese sorgfältige, bis auf das Kleinste sich erstreckende Beobachtung deutscher Landschaft bei ihm nicht gewohnt; er erfreute damit, denn er wußte mit soviel Anmut zu belehren, mit solcher Anschaulichkeit darzustellen, einen so vielseitigen Kreis der Interessen zu berühren, daß man von der Lektüre gefesselt blieb. Es ist kein Bädeker, kein statistisches noch geographisches Handbuch, keine bloße Anekdotensammlung und keine geschichtliche Darstellung, aber das Buch ist von allem etwas und dazu noch einiges mehr: das Bild einer in sich gefesteten, abgeklärten Persönlichkeit. In der Absicht dieser Blätter kann es nicht liegen, alle diese für unfern Zweck externen Bücher ausführlich zu besprechen, um so weniger, als der zugemessene Raum zur Kürze zwingt; wohl aber müssen drei Werke aus dem eigensten Gebiete des Erzählers behandelt werden, weil sie den Interessen dieses Jahrbuchs besonders nahe stehen. Es sind „Judith Trachtenberg" (Breslau 1891, 4. Ausl. 1906), „Leib Weihnachtskuchen und sein Kind"

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