Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Karl Emil Franzos
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 219 (sequence 44)
- Language
- German
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219 geschweige denn gehässig gegen die fremde Ueberzeugung. In Omnibus chariias." In einem Schlußwort mußte Franzos die mannigfachen Gegenvorschläge, die teils der Kolonisation überhaupt widerstrebten, teils Palästina und Nordamerika in erster Reihe begünstigen wollten, zurückweisen. Schließlich wurde der Antrag der Kommission in folgender, etwas veränderter Fassung angenommen: „Der geschäftsführende Ausschuß des deutschen Zentral-Komitees widmet seine Fürsorge zunächst der Erforschung der Kolonisationsverhältnisse in Brasilien". In den ersten Berliner Jahren unternahm er viele Bortragsreisen, war in der ersten Zeit mit der Zusammenstellung seines schon behandelten Werkes „Aus der großen Ebene", während des ganzen Berliner Aufenthaltes mit der gleichfalls bereits charakterisierten Zeitschrift „Deutsche Dichtung" und den daraus hervorgegangenen Sammelwerken beschäftigt. Im Jahre 1895 begründete er eine eigene Verlagsanstalt Concordia. Seine Motive dazu waren die Hoffnung, sich dadurch das Leben pekuniär zu erleichtern und der Wunsch, Herr über seine Bücher zu werden und seiner geliebten „Deutschen Dichtung" einen dauernden Verlag zu schaffen. Die großen Hoffnungen, die er auf diese Gründung gesetzt hatte, die er in seinen Träumen zu einer der ersten Verlagshandlungen emporwachsen sah, gingen nicht in Erfüllung. Hauptsächlich waren auch diese Jahre einer großen produktiven Tätigkeit gewidmet. Die Zahl der Novellen, die in dieser Berliner Zeit entstanden oder zum Abschluß gelangten, ist sehr groß. Auch bei der Charakteristik dieser Epoche muß ich mich damit begnügen, die Werke allgemeiner Natur entweder nur zu nennen, oder in ganz kurzer Weise zu behandeln. Zu den Werken allgemeiner Art gehört die größere Erzählung „Die Schatten" (Stuttgart 1889), „Der Gott des alten Doktors" (Berlin 1892), „Der Wahrheitssucher" (Jena 1893, 3. Aust. 1896), die letzteren beiden zwei tiefsinnige, philosophische Fragen mit Ernst behandelnde Bücher, auf die er großen Wert legte; die Geschichte „Der kleine Martin" (Berlin 1896),