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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Karl Emil Franzos
Date
1908-01-01
Page
221 (sequence 46)
Language
German
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221 (Berlin 1896), „Der Pojaz" (Stuttgart 1905, jetzt schon in 6. Auflage ausgegeben). Judith Trachtenberg behandelt dasselbe Motiv, das in manchen früheren Erzählungen angeschlagen war: die Tochter des reichen Juden, die in christlicher Gesellschaft aufwächst, wo sie nur wegen ihrer Schönheit und des Reichtums ihres Vaters geduldet wird, den Gegensatz zwischen dem Mädchen und ihrem Bruder, der dies Geduldetsein in christlichen Kreisen verschmäht, den wackeren jüdischen Vater, der die Tochter innig liebt und sie den Gefahren entziehen möchte, die ihr durch die christliche Gesellschaft drohen, die gänzlich verlotterten adligen Kreise, die mit hämischer Freude die Jüdin einem Grafen in die Arme treiben, insbesondere einen höheren Beamten, einen vollkommenen, stets unbestraft bleibenden Verbrecher, der die Mitwissenschaft der gleich zu erwähnenden Tat dazu benutzt, um von dein Grafen die ungeheuersten Summen zu erpressen. Von der Mitte des Bandes an kommt ein neues, zwar von unserm Verfasser sonst niemals, aber in der übrigen Romanliteratur stark verbrauchtes. Motiv hinzu, die heimliche Taufe und Vermählung, die aber nicht durch euren wirklichen Priester, sondern durch einen mit Gold gedungenen Betrüger geschieht. Aus dieser: schmählichen Akt folgt das irrende Leben des jungen Paares. Der eigentliche Rornan beginnt erst, als das Zusammenleben der Beiden aus dem flüchtigen Rairsch der erster: Monate zu einer entsetzlich peinigenden Tragödie wird, als Judith erfährt, daß ihr Vater längst tot sei, während mar: ihr vorgespiegelt hatte, daß er lebe ur:d sie verfolge, rmd als sie durch einen Zufall der: Betrug ru:d den Schirrrpf erkundet, der: man ihr angetan. Nach langen Brüher:, nachdem sie in die Heimat zurückgekehrt rrrrd einer schwerer: Krankheit verfallen war, kommt eine Versöhnung zustande. Sie setzt es durch, daß Graf Agerror sie, die Jüdin heiratet, von ihrem Bruder sich gleichsam eir:segnen läßt, schließlich gibt sie sich selbst den Tod. In den: Rorrrar: sind würgervolle Einzelheiten und prächtige Charaktere: eine alte Jüdin, die die Zurückgekehrte zrr sich aufnimnrt und pflegt, ein ausgezeichnet geschilderter Arzt (aus derr: Shylock

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