Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Karl Emil Franzos
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 205 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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205 Viele Mühe madjie. Ihre Eigenart fand die Zeitschrift aber darin, erstens, daß sie aus ungedruckten Nachlässen eben verstorbener oder längst Heimgegangener deutscher Schriftsteller eine Fülle von wichtigen: Material edierte und zweitens durch biographische, literarhistorische Artikel über bedeutende allgemeine Fragen der Literaturgeschichte und über einzelne Persönlichkeite::. Auch für diese Rubrik wußte Franzos eine große Zahl deutscher Universitätslehrer und hervorragender Schriftsteller zu Mitarbeitern zu gewinnen. Drittens durch Rundfragen, auf die gleichfalls die hervorragendsten Schriftsteller bereitwilligst Antwort erteilten. Die eine bezog sich auf die Begründung einer deutschen Akademie, die andere führte den Titel „Die Suggestion und die Dichtung". Eine dritte Rundfrage war die Frage nach der Theaterzensur. Die über die mittlere („Suggestion") eingekommenen Gutachten wurden von Franzos in einer selbständigen Schrift zusammengestellt. Den Schluß eines jeden Heftes bildeten Kritiken, vornehmlich über belletristische Erscheinungen. Gleichfalls auf Grund eines Rundschreibens (1891) entstand ein sehr eigenartiges, auch mit wertvollen Bildern der vertretenen Autoren geschmücktes Werk „Die Geschichte des Erstlingswerks", eine Sannnlung von 19 selbstbiographischen Aufsätzen (Leipzig 1894). Es enthält die Schilderungen der literarischen Anfänge deutscher Dichter, anhebend mitdem Nestor Theodor Fontane, geb. 1819, schließend mit Ludwig Fulda, geb. 1862. Das Unternehmen diente nicht, wie Paul Heyse, der gleichfalls unter der Schar vertreten ist, befürchtete, zur Selbstbespiegelung und rief nicht den Spott der Mitwelt hervor, sondern gab ungemein dankenswerte Beiträge zur Erkenntnis des Werdens, der oft schwachen und schweren Anfänge unserer beliebtesten Autoren. Der Zweck dieser Studie verbietet ein näheres Eingehen gerade auf diese Leistung, da es sich in ihr außer bei Fulda und Franzos ausschließlich um christliche Autoren handelt. Franzos" Beitrag, übrigens der ausführlichste des ganzen Bandes, ist weit mehr ein Stück Selbstbiographie, speziell der Jugendgeschichte unseres 'Autors,