Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 199

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Karl Emil Franzos
Date
1908-01-01
Page
199 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3111067-3111088-3114453--3018-3114667
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Zahlungen bestimmen ließen, dieselben in Holzer und Säugling umzuwandeln. Die seltsamsten Namen, die fast ausnahmslos dem „Witze" österreichischer Beamten ihren Ursprung zu verdanken haben, bestehen noch heute; Familiennamen, wie die folgenden: „Pulverbestandteil", „Maschinendraht", „Küssemich", „Singmirwas", sind noch keineswegs die schlimmsten. Die Besprechung dieser drei Arbeiten, so groß auch der Zeitraum war, der zwischen der ersten und dritten liegt, durste nicht getrennt werden, da sie notwendig zusammen gehören. Aber die Zeit von 1876—1887 war voll von wichtigen Ereignissen. Unter den großen, damals begonnenen Publikationen ist die über den deutschen Dichter Georg Büchner zu erwähnen. Die Ausgabe seiner Werke durch Franzos erschien Frankfurt a. M. 1879. Es ist eine ungemein fleißige Arbeit, die, wie sie das Verdienst in Anspruch nehmen darf, einen zu seiner Zeit nicht recht gewürdigten und später fast vergessenen Dichter zu Ehren gebracht zu haben, ganz besonderer Anerkennung wert ist durch die saubere Behandlung des schwer zu bearbeitenden Textes, durch die lichtvolle Würdigung des Autors und seiner Zeit. In Wien führte Franzos ein arbeitsreiches, aber auch geselliges Leben. Epochemachend für ihn war ein Sommeraufhalt in Gmunden 1876, wo er L. A. Frankl nahe trat und in das Haus des Kaufmanns Benedikt und seiner Gemahlin, einer geborenen Mauthner, eingeführt wurde, deren durch Geist und Anmut gleich ausgezeichnete Tochter Ottilie er schätzen und lieben lernte. Nach einem Abstecher nach Berchtesgaden kehrte er nach Wien zurück und verlobte sich mit Ottilie Benedikt am 29. September. Die Hochzeit fand am 28. Januar 1877 statt. Frankl und seine Gattin standen an Franzos Seite als seine Eltern; Adolf Jellinek hielt die ^raurede. Das junge Paar lebte zuerst Wien I, Schulhof 4; Franzos hat wiederholt in seinen Skizzen diesen stillen Winkel reinen Glückes geschildert. . Der Sommer wurde zumeist aus dein Lande, in den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.