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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 149

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
August von Hennings, der Freund Moses Mendelssohns
Date
1908-01-01
Page
149 (sequence 23)
Language
German
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149 nicht ein, zu wünschen, daß des darin enthaltenen Unsinnes halber der Schwärmer, der es schrieb, nicht frei schwärmen sollte. Aber wenn man dann hört, daß ein Mann, wie Lessing, nicht frei denken dürfte, dann glaubt man sich in die Zeiten eines Gregorius M. versetzet, oder sieht sich nach den Scheiterhaufen um, die das Costnitzer Concilium anzünden ließ. Glückliches Dänemark, wo man, soweit die Geschichte reicht, weder Schwärmer noch gesetzmäßige Unduldung, dieses Unglück so vieler Nationen, kannte, wo, um von einem unserer Redner den Ausdruck des Tacitus zu borgen, die rara tewporuw felicitas herrschet, ubi sentrie quid velis et quid sentias dicere licet. Auch mit SaulAscher (bergt. Jew.Encycl. II170) hat Hennings — zum mindesten einmal — Briefe gewechselt. Hennings gab Anfangs der neunziger Jahre unter dem Titel „Genius der Zeit" eine Zeitschrift heraus, in die sich alles flüchtete, was sich sonst überall an freier Meinungsäußerung behindert sah. So u. a. auch Saul Ascher mit einem Aufsatz, der sich mit seinem erst 1808 erschienenen „Napoleon" decken dürfte. 1802, 17. Aug. An Herrn August von Hennings, Hochwohlgebohren, Ploen. Hochwohlgebohrner Herr! Ich weiß nicht ob ich mich schon in meinem, im vorigen Jahre an Sie gerichteten Schreiben geäußert habe, daß ich die hiesige Censur nicht mehr in Rücksicht meiner politischen Grundsätze in Versuchung setzen wolle, und daher in Berlin keinen Aufsatz, noch weniger ein ganzes politisches Werk abdrucken zu lassen, mich entschließen dürfte. Nur diesem Entschluß Hab ich es zu verdanken, daß ich mit Ew. Hochwohlgeb. in Verbindung trat, welche ich durch beiliegenden Aufsatz — den Sie gütigst eine Stelle in ihrem Genius vergönnen werden — Ihnen neuerdings in Andenken zu bringen mir die Freiheit nehme. Ich wundere mich sehr, daß über das Koncordat bis jetzt noch nichts Gründliches öffentlich verhandelt worden ist und wenn meine Bemerkungen darüber hierzu Veranlassung zu geben beabsichten, so würde ich Ew. Hochwohlgeb. um einen baldigen Abdruck derselben ersuchen. Ich werde nicht verfehlen, über mehrere wichtige Schritte der ftanzösischen Regierung Ihnen meine freimüthigen Bemerkungen von Zeit zu Zeit zu Überbriefen. Bei der Veranlassung zu diesem Schreiben, nehme ich Gelegenheit, Ihnen in beiliegendem gedrucktem Werke die Veranlassung zu meinem politischen Ostracismus — wie ich ihn nennen möchte — vorzulegen. Unter seinem vorigen Titel ist dies Werk bereits in den wichtigsten Gelehrten Zeitungen, weit über meine Erwartung, beurtheilt worden. Aus Rücksicht gegen den Verleger, der es gern unter dem 10

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