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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 148

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
August von Hennings, der Freund Moses Mendelssohns
Date
1908-01-01
Page
148 (sequence 22)
Language
German
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148 Wärme des Eifers getriebene edelmüthige Verteidigung Lessin gs sind jedem Freunde der Litteratur bekanrrt. Man erkennt den ruhigen Wahrheitsforscher und den wirksamen Freund in diesen öffentlichen Beweisen. Aber wie Mendelssohn in Ansehung seiner selbst bey persönlichen Angriffen dachte, erhellet deutlicher noch aus seinen Briefen. Der Fall, wovon hier die Rede ist, ist uns um so viel naher, da die Verdrießlichkeiten, mit denen Mendelssohn bedrohet wurde, in den Staaten unseres Königs enstanden, und Durch die Großmuth unseres Königlichen Hauses im Keime erstickt wurden. Der Rabbineu in Altona glaubte, aus seiner Religion Gründe hernehmen zu können, um Mendelssohn, als Bibel-Übersetzer anzugreifen. Der Schutz, der, auch bei einer Religions-Verfolgung, die sich bis in den Kreis der bürgerlichen Sicherheit verbreitete, einem Juden gegen den Rabbiner ertheilt wurde, läßt leicht vermuthen, was in einem ähnlichen Falle fiir Mendelssohn geschehen sein würde. Dock» er bat blos um das Königliche Ansehen zur Unterstützung eines Werks. Er erhielt es; der König und die Königlichen Personen erlaubten ihm, ihre Namen der Bibel-Übersetzung vorzusetzen, und ihre Heiligkeit hatte die Wirkung, die auch die Heiligkeit der Weisheit hätte haben sollen, die vorgehabte Verfolgung einzustellen. Es folgen Briese Mend.'s vom 29. Juni, 13. und 29. Juli und 20. September 79. ... Soviel aus Mendelssohns Briefen, seine Bibelüoersetzung betreffend. Der angedrohte Bann blieb aus, und wie es immer mit polemischen Streitfragen geht, das Zürnen hörte auf, je weniger man sich um dasselbe bekümmerte. Die Begebenheiten und Vorfälle unter den Menschen haben selten einiges Gewicht in sich selbst; sie erhalten es nun durch unsere Meinung, und was ist mehr dem Wechsel und der Vergessenheit unterworfen, als diese? Was weniger, als wahre Empfindungen eines guten und treuen Herzens? Von dieser Art sind die, die Mendelssohn in einem Briefe vom 17. Oktober 1780 (bei Geiger 8. Mai 1781) um Lessing äußerte, und die ich noch zu liefern versprochen habe. Hier ist die dahingehörige Stelle seines Briefes. (Jetzt bei Kais. Mend. 529, Geiger 117). „Und diesen Lessing wollte man nicht in Deutschland dulden. Er war schon reif für eine bessere Welt, als das ganze Corpus Evangelicum es für nöthig erachtete, feinem edlen und großen Beschützer den Antrag zu tun, ihm den Landesherrlichen Schutz zu entziehen, den doch die N. Germanis, die Mesmer, die Cagliostre, die Zeichen unserer Zeiten mit Recht ungestört gemessen, solange sie *) „Zürich, den 10. Septbr. 1785, Morgens um 10 Uhr. Man sehe die Berliner Monatsschrift. November 1785 und Lettre du Comte de 'Iirabeau a XXX sur M. M. de Cagliostro et Layater* Berlin 1786 P. 33."

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