Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- August von Hennings, der Freund Moses Mendelssohns
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 150 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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150 jetzigen — seinem eigentümlichen — Titel im Publikum einführen will, äußere ich Ihnen den Wunsch, daß Sie gelieben mögten, in Ihrem Genius das Publikum darauf aufmerksam zu machen. Der Verleger fürchtet, Gefahr zu laufen, wenn er meinen Namen, als Verfasser, auf den Titel abdrucken ließ, indetz glaubt er doch, daß es ihm vorteilhaft wäre, wenn Sie mich als Verfasser desselben in der Anzeige nennten. Welches ich Ihnen völlig aber überlassen muß. Bei Durchlesung der Schrift werden Sie sich vielleicht fragen, was die Censur in Berlin veranlaßt haben könnte, einer solchen Schrift das Imprimatur zu versagen und sich vielleicht — eben so wenig als ich es vermag — darüber eine Auskunft geben können. Die Ahndung einer so grundlosen Chicane neuerdings mich ausgesetzt zu sehen, veranlaßt mich. Ihnen beiliegendes Manuscript zu übersenden, und Sie zu ersuchen, demselben in dortiger Gegend einen Verleger zu verschaffen. Ich will nichts von dem Inhalt desselben sagen, indeß ein oberflächlicher Blick auf dasselbe wird Ihnen sagen, daß es wichtigen Inhaltes genug sein dürste, um des Druckes Werth zu sein. Bei Ihrer ausgebreiteten Bekanntschaft in dortiger Gegend, wo die mildeste Censur herrscht, wird Ihre Verwendung wegen eines Verlegers für die nägfte Ost ermesse gewiß nicht vergeblich sein. Um Ew. Hochwohlgeb. alles Hin- und Herschreibens zu überheben, zeige ich zugleich hiermit an, daß ich dem Verleger den gedruckten 8° Bogen mittlerer Größe zu circa einem Louisd'or oder das Ganze, welches nach meiner Beregnung etwa 20 a 22 Bogen betragen dürste, für zwanzig Stück Louisd'ors überlassen will. Die Wahl der Lettern und des Papiers stelle ich völlig dem Verleger anheim. Die Berichtigung des Honorars kann auch bis nach dem Abdruck des Manuscripts anstehen und vom Verleger, wenn es ihm bequem ist, mit Eins oder in zwei Terminen abgetragen werden. Wenn ich von Ihrem literarischen Charakter, der mir einige Verehrung gegen Sie abgeworben, auf Ihren moralischen schließen darf, so kann ich hoffen, daß Sie in dem Inhalte meines Schreibens bloß das unbefangene Zutrauen erblicken werden, mit dem ich mich Ew. Hochwohlgeb. am Besten nähern zu können ahnde, und dies giebt mir die Aussicht, daß Sie, wenn es die Umstände erfordern werden, mir eine genügende Antwort werden zukommen lassen. Bis dahin erklärt sich zu Ihren Gegendiensten stets bereit der sich mit Achtung unterzeichnende Ergebene Berlin, den 17. August 1802. Saul Ascher.