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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 145

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
August von Hennings, der Freund Moses Mendelssohns
Date
1908-01-01
Page
145 (sequence 19)
Language
German
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145 und 20. September 1779, 14? und 15. März und 20. Juni 1780, 8. Mai 1781, 25. Juni* 1782, 9. September* und 5. Dezember 1783, 2. Januar, 15. März, 13. Juli,* 15. August, 27. November, 14. und 25. Dezember 1784 und 5. November 1785; von Briefen Hennings an Mendelssohn: vom (?) 1776*, 28. März* und 5. Mai* 1780, 15. Mai 1781, 27. April und 13. Juli* 1782, 23. August* 1783, 27. September und 21. Oktober 1884 und nach dem 5. November 1785*. Von diesen Briefen sind fünfzehn, im Vorstehenden mit * bezeichnet, hier ergänzt, zum Teil zum ersten Mal veröffentlicht worden. Was Hennings in den: Briefe aus Dresden 1776 über Voltaire sagt, wird durch ein Urteil bekräftigt, das er anderer Stelle über diesen seinen Liebling fällt, Worte, die, doppelt bedeutsam zu einer Zeit, in der es für kerndeutsch galt, auf Voltaire zu schimpfen, in unserem Gewährsmann einen vollgewichtigen Vorläufer der modernsten Apologeten des Philosophen von Kerney erkennen lassen. „Ich las", dies sind seine Worte, „mit meiner Frau Voltaires Schriften, die neue Köhler Ausgabe; erst die Werke der Bühne, dann die Geschichte. In beiden schien mir, ich gestehe es, Voltaire gleich groß. In den Trauerspielen ist es unmöglich, den harmonischen Versbau, die Feinheit der Empfindungen, die Erhabenheit und Stärke der Gedanken und was vielleicht mehr als alles ist, die Richtigkeit im Urtheile zu verkennen. In der Geschichte ist Voltaire bekanntlich eine neue Bahn gegangen; sie ist ebenso reichhaltig an Kenntnissen, als geschmackvoll in der Bearbeitung. Es ist mir unbegreiflich, wie der Eigensinn der Vorurtheile und der Stolz des Selbftdünkels so viele schiefe Urtheile gegen Voltaire hat Hervorbringen können. Klopstock hat sich zwei elende Epigramme gegen ihn erlaubt, die weder wahr, noch poetisch schön, noch moralisch' gut sind. Abbt in seinem Werke vom Verdienste läßt der Gedankengröße Voltaires Gerechtigkeit widerfahren, zweifelt aber an seiner Seelengröße. Doch war das wohl Seelengröße, so wie er, bis an's Ende auszudauern. Wir wollen nicht den elenden Fabeln Glauben beimessen, die von ihm ausgestreut sind, wir wissen, daß bei ihm sowohl als bei Friedrich dem Einzigen die Kunst der Munter und der Fresenius, in der Agonie zu bekehren, verloren ging. Der Graf Stolberg sieht mit seinem Gefolge beiderlei Geschlechts in seinem stolzen Gange Voltaire nicht über die Schultern an, und Matthisson macht ihn gar zum Satans-Kopfe, welches, wie Lavater in seiner Bilderbibel zur Messiade sich aus drückt, garnicht fein satanisch ist. Auch

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