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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 144

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
August von Hennings, der Freund Moses Mendelssohns
Date
1908-01-01
Page
144 (sequence 18)
Language
German
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144 mich von diesem Buchhändler so lange habe können äffen und herumführen lassen. Ich hatte ihn, die Wahrheit zu gestehen, schon lange in Verdacht, ging sehr oft zu ihm hin, des festen Borsatzes, ihm das Msk. aus Händen zu nehmen, und alle fernere Verbindung mit ihm aufzuheben. So oft ich aber zu ihm kam, ließ er sich geduldig den Kopf waschen, und wußte so viel Scheinbares zu seiner Entschuldigung vorzubringen, daß ich am Ende glaubte, ihm zu viel gethan zu haben ... Gestern bin ich endlich mit ihm, nach langem Wortwechsel, verblieben, ich erhalte heute das Msk. zurück, und zugleich ein Schreiben an Sie, mein bester Hennings ..." Irr dem folgenden Briefe, der Geiger entgangen ist, dankt Hennings dem Freunde für die Morgenstunden, die ihm Mendelssohn mit eurem Begleitschreiberr vom 5. November 1785 (K. M.) übersandt hatte. „An M. Sie haben, würdiger Mann, durch Ihre Morgenstunden mir ein sehr angenehmes Geschenk gemacht, noch mehr aber durch Ihr freundschaftliches Andenken erfreuet, da ich mich von Ihnen vergessen glaubte. Daß Sie der Philosophie wie einer Todfeindin ausweichen, glaubt man Ihnen nicht aus Ihr Wort, wenn man Ihren Gedanken folgt, und wenn man Ihnen Recht geben wollte, daß Ihre Philifophie nicht mehr die Philosophie der Zeiten ist, müßte man nicht wissen, daß Sie in Ihren Briefen zuerst den Att'schen Torr mit dem Tiessinne des spekulativifchen Nachdenkens verbanden, und der Schönheit und Wahrheit, so wie Sokrates den Grazien opferten: daß Sie in den Literatur-Briefen Deutschlands Geschmack bildeten und zeigten, wie gerade auf dem schlichten Pfade der Vernunft die Blumen blühen, die das wahre Genie pflückt; und wie aber dadurch der Flug in die Aussichten richtig gelenkt wird, in denen sich die Einbildungskraft eines Homers verliehrt, und das; Sie den Philosophisch- oder Theosophisch-Schwärmerischen Sturm unseres Zeitalters oft durch ein vernünftiges quos ego! zu besänftigen suchten, welches dazu beitrug, die Philosophische Ruhe wieder herzustellen, als jenes Gebieten des Mene-Gottes die Stille der Wellen, da in der bilderischen Sprache so wie in der natiirlichen die milden Strahlen der Sonne mehr zur Besänftigung der Stürme beytragen, als das Zürnen des Meeres. Ihr Herr Sohn, mein theuerster Freund, mußte mich freilich in Altona verfehlen, da ich seit einem halben Jahre diesen Ort verlassen und mich hier zu wohnen begeben habe. Warum, weiß ich selbst nicht, IRere is a fate iu every thing, schrieb ein Engländer an seinen Freund und erschoß sich. Ich habe mich nicht erschossen, ob ich aber noch lebe, weiß ich auch nicht ..." Es sind nunmehr Briefe Mendelssohns an Hennings bekannt vom 20. Januar* und vom September* 1775, 24. Januar und 8. Mai 1778, 29. Juni, 13. Juli,* 29. Juli

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