Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- August von Hennings, der Freund Moses Mendelssohns
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 134 (sequence 8)
- Language
- German
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184 Ehre. Sie mögen immer des großen Mannes spotten, er war doch einzig, und seine Unsterblichkeit ist wohl die gewißeste, die je war! Klopstocks Ode „Unsere Sprache" ist ein wahrer Galimatias, ein PHLbus, wie nie ein Dichter ihn sang, unparalelled but by hiraself. Ich weiß nicht, ob es mehr Unverschämtheit oder mehr Unsinn ist, so etwas dem Publiko aufzubürden, wenn man es nicht in eine Reihe mit dem Berliner Rätzel oder dem Spanischen Wundertiere setzt, damit kluge Leute sehen können, es ist eine Atrappe! Liegt nicht in dieser Seifenblasen-Existenz eines aufgedunsenen Dichters schon Unmoralität genug? Was soll denn das Herumziehen mit eines andern Mannes Weib? Man mag nun Arges darunter denken oder nicht, so sollte doch auch der äußere Anstand der Sitten einem Manne von feinem Gefühle heilig sein. ..." Irr dem Streite zwischen Jacobi und Mendelssohn über Lessings Spinozismus (vgl. Grunwald, Spinoza in Deutschland S. 97 ff.) steht Hennings ganz auf Mendelssohns Seite. Bd. 2, S. 11t, in einem Briefe (an?) aus Bernstorf, den 8. Juni 1782, ruft er aus: „Pfui über Jacobi! Und Bd. 23 sagt er: Was Lessing in einem Morgenplaudern hinwarf: Er selbst wäre vielleicht das höchste Wesen und gegenwärtig in dem Zustand der äußersten Contraction, worauf er, statt sich zu erklären, sogleich hinzufügte: Es wäre nicht allerdings so gemeint, und wovon uns Jacobi die weitere Erklärung nicht mittheilt; welches, wenn man darin das Eine und Alles des Spinoza finden will, ob es gleich sehr unwürdig ausgedrückt ist (ist nur als Scherz aufzufassen). Wenn man Lessings kleine Schrift: Die Erziehung des Menschengeschlechts liefet, hat man Ursache sich zu wundern, daß der Mann, der von der göttlichen Vollendung einen langweiligen Begriff hatte, der Gottheit ein planmäßiges Fortschreiten blos in der Bildung eines einzelnen kleinen Volkes, auf einem Punkte der Erde, in einem kurzen Zeiträume beylegt. H. zitiert Mendelssohn, „An die Freunde Lessings über Lessings Religion." Auch Graf Stolberg, Jacobis Freund, kommt schlecht davon. Hennings schreibt über ihn (Bd. 27, S. 77): Der Graf-Dichter Christian (Stolberg) ist dänischer Amtmann und Cammerherr zu Cremsbüttel ... er würde in (Dänemark), jede gute Behandlung zu erwarten gehabt haben, wenn er nicht l'elbft durch eine Fugendthorheit es verhindert hätte. Stollberg ließ, ich weiß nicht wo, eine sogenannte Ode drucken, in der er Deutschlands Freiheit auf Kosten der Dänen erhob . . . Der Erfolg