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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 108

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
Date
1908-01-01
Page
108 (sequence 21)
Language
German
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108 Da dieser Beweggrund nicht in dem dreißig Jahre früher verfaßten Mosesbuche angegeben ist, dürfen wir vielleicht annehmen, daß die in den zitierten Zeilen erwähnten Uebelstände, der Verfall des jüdischen Wissens in Folge des Dranges der Zeiten, sich erst in den späteren Lebensjahren Schahins geltend machten und daß das Schwinden der Thorakundigen, von dem er spricht, vielleicht mit den Verfolgungen zusammenhängt, denen die Juden von L-chiras während der Epoche politischer Wirren, die nach dem Tode Abu Saids (1336) folgte, ausgesetzt waren. Schahins Genesisbuch enthält in 289 Kapiteln fast neuntausend Zweizeiler im Metrum des Mosesbuches. Da das erste Buch der Thora nur Erzählungen enthält, kann sich der Dichter genau dem Texte anschließen, dessen Abschnitte er ohne irgend eine Weglassung Poetisch bearbeitet. Jedoch schiebt er vor der zweiten, mit der besonderen Ueberschrift: „Erzählung von Joseph" versehenen Hälfte des Werkes in einigen Kapiteln die Erzählung von Hiob ein, da er diesen chronologisch hier einreiht und, mit der talmudischen Agada, Dina, die Tochter Jakobs zu seiner Frau macht. Uebrigens erzählt Schahin nur, was das Buch Hiob im Prolog und Epilog enthält; die Freunde und die Wechselreden erwähnt er gar nicht. Die Heilung Hiobs läßt er so geschehen, daß der Engel Gabriel seine Flügel an dem siechen Körper Hiobs reibt, wie denn der Engel Gabriel auch sonst in Schahins biblischer Dichtung häufig als der Vermittler göttlicher Botschaften und göttlicher Wunderwirkungen erscheint. Den Erzählungsstoff der Genesis hat Schahin aus denselben Quellen erweitert, wie den der anderen pentateuchischen Bücher im Mosesbuche. Besonders reichlich standen ihm für dieses Werk die muhammedanischen Legenden zur Verfügung, denen zu Liebe er vielfach die Hauptquelle, der auch jene entstammten, außer Acht läßt. Mit großer poetischer Kraft stellt er bei der Schöpfung des Menschen den Fall des Satan dar, der aus Hochmut

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