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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 107

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
Date
1908-01-01
Page
107 (sequence 20)
Language
German
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107 schon Benjamin von Tudela erwähnt und das noch heute von den Juden Hamadans mit Stolz gezeigt wird. lieber die Entstehung seines letzten Werkes, des Genesisbuches, mit dem er das Mosesbuch zu einer vollständigen poetischen Bearbeitung des Pentateuchs, zu einem Kommentare der Thora, wie er selbst es ausdrückt, ergänzte, berichtet Schahin Folgendes: Eines Abends saß er mit seinen Freunden im baulichen Gespräche beisammen. Da richtete einer der Genossen die Ausforderung an ihn, er möge nun auch das erste Buch der Thora bearbeiten, wie seinerzeit die vier anderen Bücher. O laß auf's neu' erhabnen Sang ertönen, Erzählungen, die Herzen zu entzücken, Erläuterungen gib auf's neu' zur Thora, Laß wieder sich der Dichtung Strom ergießen. Schahin folgte dieser Aufforderung urn so lieber, als er — wie er im Epilog zürn Werk gesteht — böswilligen Ausstreuungen seiner Neider ein Ziel setzen wollte. Man hatte nämlich Zweifel darüber ausgesprochen, daß er das Mosesbuch verfaßt habe. In Wirklichkeit habe tx, so sagt Schahin, vergebens darauf gewartet, daß ein anderer das Werk vollenden und zum ersten Buche der Thora eine ähnliche Dichtung schaffen würde, wie er zu den übrigen. Nun leistete er selbst die Arbeit. Bei dieser Gelegenheit spricht Schahin auch davon, was der wahre Beweggrund dessen war, daß er den Pentateuch in persischen Versen bearbeitet habe. Da die Gelehrten dieses Landes schwanden Durch Druck und Tyrannei und feindlich Walten, Hab' oft in meinem Herzen ich erwogen: Geschwunden find die Kundigen der Thora; Bald, furcht' ich, wird sie Niemand lesen können. Und Niemandem wird sich ihr Sinn erschließen. Aus diesem Grunde Hab' ich meine Dichtung Als Thorakornmentar verfaßt auf Persisch, Damit sie Kenner und Nichtkenner lesen. Des Gottesmannes Hoheit ihm entnehmen.

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