Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 106 (sequence 19)
- Language
- German
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106 aus: „Bist du etwa ein Engel und aus göttlichem Lichtglanz gebildet?" Freudig kehrte Esra nach Palästina zurück, wo ihm das Volk in Ehrfurcht huldigte. — Daß Esra das göttliche Gesetz niederschrieb, nachdem es verbrannt worden, wird schon im sogenannten vierten Esrabuche (14, 19 s.) erzählt. Dieser auch bei den alten Kirchenvätern vorkommenden Anschauung entspricht in der jüdischen Tradition die Annahme, daß Esra den Pentateuch in anderer Schrift niederschrieb und die Behauptung, daß Esra dessen würdig gewesen wäre, Israel die Thora zu geben, wenn sie nicht schon durch Moses gegeben worden wäre. Die versteckte Tendenz dieser Esra-Sage bei Schahin richtet sich höchst wahrscheinlich gegen die bekannte Anklage der Gelehrten des Islam, die Juden hätten die Thora gefälscht und die in ihren Händen befindliche stimme mit der von Moses gegebenen nicht überein. Noch eine dritte, Wohl ebenfalls dem Volksmunde entstammende Sage enthält das kleine Esrabuch, in der das Ende von zwei Hauptpersonen des Ardeschirbuches gemeldet wird. Als Israel aus dem Exile heimkehrte, blieben Mordechai und Esther in Susa zurück. Da hatte Mordechai einen Traum, in dem ihm bedeutet wurde, nach Hamadan zu gehen; denn dort, am Berge Alwend, solle er die ewige Ruhestätte finden. Einen gleichen Traum hatte auch Esther. Sie begaben sich zusammen nach Hamadan, wo sie niemand erkannte. Es war Abend und sie kehrten in einer Synagoge ein. Auf die Frage des Synagogenvorstehers — des „Parnes" — antwortete Mordechai, er sei ein Reisender, der für diese Nacht mit seiner Tochter in der Synagoge ein Obdach erbitte. Es wird ihnen gewährt. Als sie allein waren, sagte Mordechai weinend, es sei die Zeit gekommen, aus der Welt zu scheiden. Er spricht von der Vergänglichkeit des Erdenlebens und stirbt. Gleich „einer Wolke im Frühlingsmonate" weinte Esther und bald gab auch sie den Geist auf. lieber ihrem Grabe wurde ein Bau errichtet, der zur beliebten Wallfahrtsstätte wurde. Es ist dies das Grabmal Mordechais und Esthers, das