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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 103

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
Date
1908-01-01
Page
103 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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103 dessen bewußt zu werden, daß Moses nun zu einem höheren Dasein entrückt sei. Wie Firdusi, knüpft Schahin an den Tod seiner Helden, Moses, Mirjam, Aharon, Betrachtungen über die Vergänglichkeit alles Irdischen und die Wandelbarkeit des Schicksals. In einem Epilog erörtert der Dichter die Frage, warum die Grabstätte Moses' unbekannt bleiben mußte. Sie wäre sonst, so führt er aus, zum Wallfahrtsorte geworden; Tag und Nacht hätten die Leute dort im Gebete ihre Wünsche ausgesprochen, und so mancher Tor wäre, wenn sein Wunsch unerfüllt geblieben, dem Unglauben verfallen. Auf die Frage, warum Moses nicht selbst sein Volk nach dem Lande der Verheißung führen durfte, gibt Schahin in diesem Epiloge auch folgende Antwort: Wäre Moses nach Kanaan gekommen und hätte sich dort sein Grab befunden, so wäre Israel für alle Zeiten im Lande geblieben. Das durfte aber nicht sein, denn es war göttliche Vorherbestimmung, daß Israel sein Land verlassen und weithin über die Erde zerstreut werden solle. Dem Mosesbuche ließ Schahin nach fünf Jahren ein Werk ganz anderer Art folgen. In der einzigen Handschrift, in der es vorhanden ist, fehlt der Anfang nebst der Ueberschrift, so daß der Name des Werkes unbekannt ist. Ich nenne es das Ardeschirbuch, denn es ist ein Epos, das den persischen König Ardeschir, auch Bahman genannt, zum Helden hat. Es knüpft an Firdusis Schahname an, verläßt aber bald die gewohnten Geleise des persischen Königsepos, um sich mit biblischem Stoffe zu bereichern. Schahin identifiziert nämlich .Ardeschir mit dem Könige des Estherbuches, dabei einer alten, aus gaonäischer Zeit bezeugten Auffassung folgend. Dadurch erhält er das Recht, den ganzen Inhalt des Estherbuches, mit agadischen Erweiterungen, dem Ardeschirbuche einzufügen. Die Agada machte Waschti zu einer Enkelin Nebukadnezzars; bei Schahin ist sie dessen 7*

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