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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 101

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
Date
1908-01-01
Page
101 (sequence 14)
Language
German
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101 „Löwen Gottes". Nicht Ali, das will Schahin damit bezeugen, sondern Moses verdient es, als Gottes Löwe bezeichnet zu werden. -i- Auch das Erstlingswerk Schahins hat Moses zum Helden. In dem poetischen Bericht, in dem er von der Entstehung des Werkes erzählt, läßt er sich von seinem Genius — er nennt ihn das Glück — so ansprechen : Was sitzest du so trag und traumverloren? Auf, an die Arbeit, daß den Schatz du hebest! Der Schatz, den er heben soll, ist die dichterische Bearbeitung der von Moses und seinen Wundertaten erzählenden Teile des Pentateuchs. Schahin selbst bezeichnet sein Werk als Kommentar (Scharch), und seine Dichtung wird im Verein mit den sie ergänzenden späteren Werken über die Genesis noch heute von den persischen Juden nur als „Scharchi Schahin", Kommentar Schahins bezeichnet. Ich will sie das Mosesbuch nennen. Es ist eine in die Formen des persischen Heldengedichtes gegossene Erzählung vom Leben des Gottesmannes, die mit Moses Geburt anfängt und mit seinem Tode schließt. Schahins Mosesbuch enthält in 193 Kapiteln nahezu 10 000 Zweizeiler in dem Metrum, das Nisami in einem seiner romantischen Epen angewendet hatte und das zum beliebtesten Metrum dieser Dichtungsgattung geworden war. Schahin selbst aber sagt ausdrücklich, um es inhaltlich von den übrigen Dichtungen dieser Art zu scheiden, es sei in ihm nicht vom Liebesspiel eines Liebespaares die Rede. Im Gange der Erzählung folgt das Mosesbuch dem Bibeltexte, dessen nichterzählende Teile nur ausnahmsweise berücksichtigt werden. So zum Beispiel tritt an die Stelle der ersten dreißig Kapitel des Deuteronomiums eine längere paraenetische Rede, die Moses an das Volk hält. Den Erzählungsstoff erweitert Schahin aus der 7

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