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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 97

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
Date
1908-01-01
Page
97 (sequence 10)
Language
German
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Hafis 1882). Und es war damals die fruchtbarste Periode der erzählenden Dichtung in Persien. So bildete sich Schahin durch den Einfluß von Ort und Zeit zum Dichter, und zwar zum epischen Dichter. Jedoch, und daß muß vor allem betont werden, er widmete seine Kunst und sein Talent der Erbauung und Ergötzung seiner jüdischen Glaubensgenossen. Schon die Stoffe, die er zu seinen Dichtungen wählte und von denen bald die Rede sein wird, beweisen, daß er von vornherein ausschließlich an einen jüdischen Leserkreis sich wendet. Aber auch sonst ist leicht zu erkennen, daß er gar nicht daran dachte, auch von Nichtjuden gelesen zu werden. Die Sprache seiner Dichtungen unterscheidet sich Wohl in nichts von der Sprache der übrigen Erzeugnisse der klassischen neupersischen Poesie; es ist reine Literatursprache ohne jede dialektische Färbung in grammatischer oder lexikalischer Hinsicht. Und dennoch enthält sie Einzelheiten, aus denen ihre Bestimmung für ein jüdisches Publikum hervorgeht, nämlich die sporadisch vorkommenden hebräischen Vokabeln, die er zuweilen auch zum Reime mit nichthebräischen Wörtern benutzt. Es sind meist solche hebräische Wörter, wie sie wohl auch sonst der Schiraser Jude in sein Persisch einflocht, meist Bezeichnungen religiöser Begriffe oder biblischer Gegenstände. Im Verhältnis zu späteren Erzeugnissen der jüdisch-persischen Poesie hält sich diese Sprachmengung Schahins in recht bescheidenen Grenzen. Aber auch durch die Schristzeichen, die Schahin verwendete, waren seine Werke nichtjüdischen Lesern unzugänglich geworden. Denn gleich den arabisch schreibenden Juden bedienten sich auch die Persisch schreibenden der hebräischen Schrift, und das tat auch Schahin, schon damit bekundend, daß er nur jüdische Leser im Auge hatte. Von Schahins arabischem Wissen legt sein Wortschatz Zeugnis ab, der sehr stark mit arabischen Ausdrücken versetzt ist. Aber er muß sich auch eingehend mit arabischen Literaturerzeugnissen bekannt gemacht haben. Seine biblische Dichtung beweist, daß er den

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