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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 94

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
Date
1908-01-01
Page
94 (sequence 7)
Language
German
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94 daß anderthalb Jahrhunderte nach Benjamin die Zahl eher zuals abgenommen hat. Denn die Mongolenstürme, welche inzwischen Vorderasien durchtobten und entvölkerten, hatten die Provinz Fars, Persien im engsten Sinne, deren Hauptstadt Schiras war, am wenigsten berührt. Vielmehr hatte die Blüte von Schiras unter den Jlchanen, wie sich die mongolischen Herrscher seit Hulagu, dem Enkel Dschingischans, nannten, neuen Aufschwung erfahren. Nächst Bagdad war Schiras der bedeutendste Mittelpunkt geistiger Kultur und bekam den Namen Dar-el-ilm, „Haus der Wissenschaft". Die allgemeine geistige Regsamkeit, die sich in Schiras vor allem auf dem Gebiete des poetischen Schaffens bekundete, haben wir uns als den Hintergrund des Auftretens Schahins, des ersten jüdisch-persischen Dichters zu denken. Der letzte bedeutende Mongolenherrscher Persiens war Abu Said Bahadur (1316—1336), dem Schahin sein erstes Werk widmete, wenn man den Panegyrikus auf ihn, der im einleitenden Teil enthalten ist, als Widmung verstehen darf. Mit dieser Lobeshymne auf den Fürsten befolgte übrigens Schahin einen Brauch der epischen Dichter seit Firdusi. Er rühmt vor allem die Gerechtigkeit seines Herrschers und sagt von ihm, mit Hinweis auf die sprichwörtlich gewordene Gerechtigkeit des alten sassanidischen Königs Chosrau Nuschirwan: Als der gerechte Nuschirwan regierte. Ging furchtlos mit dem Wolf das Lamm zur Tränke; Doch uns'res Fürsten Walten hat bewirkt es. Daß nicht einmal zu zeigen sich der Wolf wagt. Dieses hyperbolische Lob mit der messianischen Anspielung steht in seltsamem Widerspruch zu der Schilderung, die Schahin in seinem lange vor dem Tode Abu Saids vollendeten ersten Werke von der Verderbtheit der Zeit und der herrschenden Ungerechtigkeit darbietet, die, wie er mit Benutzung eines bekannten alten Traditionssatzes sagt, als Vorzeichen der nahenden Erlösungszeit gelten dürfte. Offenbar hatte Schahin wohl Ursache, den Herrscher zu loben, aber auch seine trübe Zeit-

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