Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 92

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
Date
1908-01-01
Page
92 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3111067-3111088-3114449--2907-3114560
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

92 hat Schahin selbst seinen Namen innerhalb seiner Werke häufig genannt, besonders wenn er am Schluffe eines Abschnittes sich selbst apostrophiert. Manchmal spielt er auch auf die Bedeutung des Namens an. So sagt er in seiner letzten Dichtung, die er drei Jahrzehnte nach der ersten verfaßte: Nach dreißig Jahren bist du aufgeflogen. Dem Königsfalken gleich die Schwingen regend. Und ebendaselbst: Schahin, du bist ein stolzer Königsfalke, Doch auch ein Papagei voll süßer Worte. Der Papagei ist ein in der persischen Poesie sehr geläufiges Bild der dichterischen Redegabe. Schahin hat auch dafür gesorgt, daß die Nachwelt über die Zeit! der Entstehung seiner Werke orientiert sei. Sein Erstlingswerk vollendete er im Jahre 1639 der seleucidischen, 728 der muhammedanischen Aera, also im Jahre 1327 der christlichen Zeitrechnung. Er gibt stets beide Jahreszahlen, die bei seiner jüdischen und seiner nichtjüdischen Umgebung üblichen, an, wobei zu bemerken ist, daß er die seleucidische Aera als die Alexanders des Großen bezeichnet, wie das bei den Juden Persiens gebräuchlich war. Die Vollendung seines zweiten und des dazu gehörigen kleineren dritten Werkes fälltin das Jahr 1332, die seiner letzten großen Dichtung in das Jahr 1368. Diese Angaben sind um so willkommener, als sonst über Schahins Leben keinerlei Daten überliefert sind. In seinem letzten Werke nennt er sich einen alten Mann; seine Geburt ist demnach in das letzte Jahrzehnt des dreizehnten Jahrhunderts zu setzen. Nirgends spricht Schahin von seiner Heimat und seinem Wohnorte. Aber ohne Zweifel lebte er in Schiras, und er fand daselbst auch seine letzte Ruhestätte. Ein jüdisch-persischer Dichter des 17. Jahrhunderts, Babai ibn Lutf aus Kaschan, der die Leiden der Juden in den verschiedenen Provinzen und Städten Persiens

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.