Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 52 (sequence 28)
- Language
- German
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52 betisches Verzeichnis der Frankfurter Juden nach ihren Stämmen und Familien. Man kann sich denken, wie schwierig eine solche Arbeit war. Ganz besonders interessant ist die Zusammenstellung der Rabbiner, der Aerzte, der adeligen Juden und derer, die im Hofdienst standen, nicht minder die Kapitel über Steuern und Abgaben, wie über die Vermögensverhältnisse und die Bevölkerungsstatistik. Der ausführlichste Abschnitt ist natürlich den jüdischen Familien, 625 an der Zahl, gewidmet. Das Werk verdient volle Anerkennung. Nicht geringeren Fleiß hat Freudenthal auf seine Arbeit verwendet. Sie ist noch viel interessanter, weil die registermäßige Trockenheit, die notwendig dem Verzeichnis von 625 Familien anhaften mußte, hier einer frischeren Geschichtserzählung weichen mußte. Die Familie Gomperz besitzt ein allgemeines Interesse, von ihren Schicksalen aus fallen interessante Streiflichter auf verschiedene Epochen. Man braucht nur das Inhaltsverzeichnis nachzusehen, um zu erkennen, wie weit verzweigt diese Familie gewesen ist. Von Cleve bis nach London einerseits und bis nach Budapest andererseits erstreckte sich ihr Wirkungskreis. Ein Gomperz war Oberhoffaktor, ein anderer der Lehrer Mendelssohns, ein dritter der bekannte Literat, der über Friedrichs des Großen Schrift gegen die deutsche Literatur eine so interessante Abhandlung schrieb, daß ihn der König sogar einer freundlichen Antwort würdigte, lieber die Bedeutung der Familie Gomperz in unseren Tagen braucht man wohl kein Wort zu verlieren. Wir müssen aber noch erheblich weiter zurückgreifen, um die verstreuten Aehren auf dem Felde die Biographik sorgsam zu sammeln. Wir beginnen mit der Biographie, die Maxim Lemot über den bekannten Arzt und Schriftsteller Amato Lusitano geschrieben. Den italienischen Prediger Asariah Piccio (man nannte ihn sehr lange fälschlich Figo) führt uns A. Apfelbaum in einer biographischen Skzze vor. Die hochinteressante Publikation über Leo Modena hat L. Blau durch eine kultur- und sittengeschichtliche Einleitung abgeschlossen. Das Ganze ist ein sehr willkommener und wichtiger Beitrag zur Kultur-