Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 51 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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51 Es ist Wohl überflüssig zu sagen, daß das Werk auf sorgfältigem Quellenstudium und gründlicher Sachkenntnis beruht; besonders die Emanzipationskämpfe sind bisher noch nicht mit solcher Sachkenntnis geschildert worden. Ueberall zeigt sich der besonnene Forscher, der Historiker von Beruf, der die Fäden der verschiedenen Strömungen geschickt in einem Bilde zusammenzufassen versteht. Ohne die Marmorkälte moderner Geschichtsschreiber zu teilen, sondern mit patriotischer Wärme und mit frischer Begeisterung hat Philippson geschrieben und die mannigfachen Klippen, die der Stoff für einen Forscher bietet, der selbst noch in den' Zeitereignissen wurzelt, glücklich umschifft. In viele Verhältnisse hat Philippson neues Licht gebracht, wichtige Anschauungen seiner Vorgänger hat er weiter entwickelt oder berichtigt; er übertrifft sie alle aber in der künstlerischen Behandlung des Stoffes, den er mit der größten Klarheit darlegt, sowie in der Gewandtheit und im Reichtum der Sprache. Darauf beruht die große Wirkung, die seine Darstellung hervorbringt. Einen einzelnen Abschnitt aus der neueren Geschichte beleuchtet David Philipson in seiner Geschichte der Reform im Judentum, die mit genauer Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse und in durchaus objektiver Weise geschrieben ist. Beide Historiker weisen natürlich der Wissenschaft des Judentums die ihr gebührende Stellung an. Die Geschichte der Lehranstalt für diese Wissenschaft, die seit 37 Jahren in Berlin besteht, hat I. Elbogen vortrefflich dargestellt und die einzelnen hervorragenden Erscheinungen geschickt charakterisiert. Ganz bescheiden darf ich vielleicht hier noch auf meine vier Vorträge über die neuere Geschichte der Juden Hinweisen, die die Jewish Publication Society kürzlich in englischer Nebertragung gebracht hat. Den Uebergang zur Biographik bilden zwei ebenso fleißige wie tüchtige Arbeiten, das Stammbuch der Frankfurter Juden von Alexander Dietz und die Geschichte der Familie Gomperz, die Max Freudenthal nach Materialien des unvergeßlichen David Kaufmann geschrieben hat. Das Buch von Dietz enthält ein alpha-